Wildview

Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Archiv: Oktober 2009

Auf dem Rabenberg 27.10.2009

Wenn ich zum Thema Urwald recherchiere, dann nütze ich in der Regel das Internet und gebe Stichwörter in die Suchmaschine. In diesem Fall brachte mich „Urwald in Slowenien“ auf eine Seite die vom „Krokar Urwald“ handelte. Doch bis auf die Angabe das es ein schon früh unter Schutz gestelltes Urwaldreservat von ca. 80 Hektar sein soll, und in der Region um die Stadt Kocevje liegt, habe ich nicht viel erfahren. Kocevje befindet sich im Süden des kleinen Landes Slowenien und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Bis zum zweiten Weltkrieg war die Region eine deutsche Sprachinsel. Hier lebten einige tausend Deutsche, die sogenannten Gotscheer. Im Zuge des Niederganges des Nationalsozialismus wurden diese Menschen vertrieben. Dies hatte zur Folge, das die gesamte Region bis heute recht dünn besiedelt ist. Der Wald holte sich viele landwirtschaftliche Flächen zurück und niedergebrannte Siedlungen verschwanden von der Landkarte. Wenn man heute nach Kocevje fährt (ehemals Gotschee) empfängt einen die Region mit dem Schild: Welcome to the land of forests.

Krokar  064

Slowenien ist wirklich mit natürlicher Schönheit reich beschenkt. Über fünfzig Prozent des Landes sind bewaldet. Es erheben sich im Norden die majestätischen Gipfel der Julischen Alpen und  weiter Südlich lockt die Adriaküste. Touristisch weniger bekannt sind einige bewaldete Mittelgebirge durch deren Schluchten sich naturbelassene Flüsse schlängeln. Im Süden der Kocevje Region ist es der Fluss Kolpa der Slowenien von Kroatien trennt. Hierher führt mich mein Weg zum gesuchten Urwald Krokar. An meiner Seite ist Vasja, ein engagierter Hobbyfotograf aus Kocevje der hier jeden Baum persönlich zu kennen scheint. Durch puren Zufall habe ich ihn getroffen. Nachdem ich in Kocevje vor einer geschlossenen Tourist Information stand, begann ich Passanten auf der Straße zum Thema Wald anzusprechen. Zwei junge Damen schickten mich zu den „Forest People“. Ich dachte ich wäre bei der staatlichen Forstverwaltung gelandet, stattdessen handelte es sich um eine Holzfirma. Mit gebrochenem Englisch hat mich dort eine Dame gleich mit Vasja in Verbindung gebracht. Sie kannte seine Leidenschaft für die Naturfotografie. Was mich nicht wundert, denn das komplette Firmengebäude hängt mit seinen Bilden voll. Er ist in dem Unternehmen kein Holzfäller, sondern für die Computer zuständig. Vasja war nur allzu gerne bereit, an seinem freien Tag mit mir in den Krokar („Raben“) Urwald zu fahren. Wir parken morgens um sieben am Ende der Forststraße und laufen in der Dämmerung durchs Unterholz. Es geht steil bergauf. Dichter Nebel lässt mich in freudiger Erwartung schwelgen. Die Bedingungen für tolle Fotos sind optimal.

Krokar  059

Man sieht sofort wo der Urwald beginnt. Die Bäume stehen nicht sehr eng und tote Stämme liegen kreuz und quer am Boden herum. Am einen Ende des Reservates fällt die Kante des Berges mehrere hundert Meter steil nach unten ins Tal des Kolpa Flusses ab. Im Moment sehe ich davon noch nichts. Die Sicht beträgt nur wenige Meter. Gespenstisch schauen sie aus, die verschiedenen Bäume im Nebel. Die Buche ist auch hier dominant. Jahrhunderte alte Tannen lockern mit ihren immergrünen Zweigen das recht farbige Herbstlaub auf. Endlich habe ich farbige Blätter vor meiner Linse.

Krokar  058

Ich habe nicht mehr recht daran geglaubt. Dort wo starke Winde blasen stehen schon völlig entlaubte Bäume, in geschützten Lagen strahlen sie noch in voller Pracht. Meine Kamera ist im Dauereinsatz. Selbst Vasja ist begeistert. Auch wenn er hier schon duzende Male unterwegs war, solch einen Nebel hatte auch er noch nie. Besonders reizvoll sind die wenigen Minuten, in denen sich der Nebel langsam aufzulösen beginnt. Wenn erste Sonnenstrahlen den Weg in den Wald finden. Das sind fast magische Momente. In dieser Zeit möchte man als Fotograf an vielen Stellen gleichzeitig sein. Vasja führt mich etwas unterhalb des Krokar Gipfels an eine Stelle, von der man einen wunderschönen Ausblick auf den bewaldeten Bergzug hat.

Krokar  063

Zwischen den Nebelschwaden finden immer mehr Sonnenstrahlen ihren Weg auf die Wälder und lassen diese ihre ganze Farbe erleuchten. Wir haben unheimliches Glück. Diese Wolkenfetzen bleiben uns bis in den Nachmittag erhalten, so dass wir eigentlich fast den ganzen Tag Zeit haben, schöne Aussichtspunkte dieser reizenden Landschaft zu erkunden und im guten Licht Fotos zu machen. Vom Krokar öffnen sich weite Ausblicke aufs Nachbarland Kroatien. Auch dort muss man menschliche Ansiedlungen regelrecht suchen. Dichte Mischwälder überziehen die Bergzüge. Natur soweit das Auge reicht. Den ganzen Tag haben wir bei unserer Wanderung keine Menschenseele getroffen. Kein Wunder das hier Wölfe, Bären und Luchse überleben können. Nirgends sieht man Kahlschläge. Natürlich nutzen auch die Slowenen ihre Wälder, doch scheint hier eine naturnahe Forstwirtschaft Alltag zu sein. Na bitte, es geht doch. Ich kann jedem Naturfreund einen Besuch in Slowenien nur wärmstens empfehlen. Eine ökotouristische Infrastruktur kann helfen, den Menschen vor Ort ein Auskommen zu ermöglichen, und die Schönheit dieser Landschaft zu erhalten. Also bitte kein Remmidemmi erwarten, sondern stille Momente in grandioser Natur. Am nächsten Morgen habe ich den Sonnenaufgang alleine auf dem Krokar Gipfel genossen. Heute war es genau umgekehrt. Der Nebel lag einige Hundert Meter unter mir und lies nur die Höhenlagen herausschauen.

Krokar  062

Ein grandioser Tagesbeginn. Fotografisch ist aber an solch einem ansonsten wolkenlosen Tag, schon recht kurze Zeit nach Sonnenaufgang Schluss mit Fotografieren. Ohne Wolken knallt die Sonne viel zu grell aufs Land. Doch ich hatte ja mein perfektes „Gestern“. Nach nur siebenundzwanzig Stunden hatte ich meine Aufgabe erfüllt und meine Bilder im Kasten. Glück gehört halt auch zu diesem Job.

Wenn die Panzer schweigen….. 20.10.2009

Die Geschichte des Nationalpark Hainich hat eine positive Kraft die Vorbildcharakter für andere Projekte dieser Art haben kann. Zu Zeiten des Eisernen Vorhangsballerten hier die Panzer der Russen und der Nationalen Volksarmee der DDR abwechselnd ihre Übungsgeschosse in die Landschaft. Ironischerweise können sich in den Randzonen militärischer Sonderzonen vielfältige Biotope bilden oder bleiben erhalten, weil eine sonstige Nutzung der Natur weitestgehenst ausbleibt.

Hainich  044

Die ökologische Besonderheit der Region wurde schnell erkannt, als nach der Wiedervereinigung unseres Landes die Volksarmee Geschichte war, und die Russen wieder in Russland ihre Geschosse in die eigene Landschaft knallten. Im Westen Thüringens nahe Bad Langensalza und Eisenach gelegen ist der Hainich auf seinen 16.000 Hektar von Verkehrswegen fast gänzlich unberührt. Er ist eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete in Mitteleuropa. Doch die Idee aus dem Hainich einen Nationalpark zu machen stieß am Anfang nicht überall auf Wohlwollen. Die Angst und Skepsis unter Anwohnern, Waldbesitzern und in der Bevölkerung war groß. Es dauerte einige Jahre bis es gelang den südlichen Teil des Hainich mit 7500 Hektar aus der Nutzung zu nehmen und sich wieder selbst zu überlassen. Der restliche Teil des Gebietes wird wie schon in der Vergangenheit als Plenterwald naturnah bewirtschaftet. Man achtet darauf, dass verschiedene Generationen unterschiedlicher Baumarten einen ökologisch gesunden Zustand des Waldes garantieren. Nur vereinzelt werden Bäume eingeschlagen. Ein Modell, das nicht den maximalen Gewinn einer reinen Baumplantage bringt, aber stabile Wälder garantiert. Diese sind auch in der Lage den Folgen des Klimawandels besser zu trotzen als z. B. reine Fichtenmonokulturen.  Heuer ist der Nationalpark 10 Jahre alt geworden und erzählt eine tolle Erfolgsgeschichte. Hunderttausende Besucher kommen in die Region, unter anderem auch wegen des eingerichteten Baumkronenpfades. Hier können die Naturfreunde auf Baumwipfelhöhe den Wald aus einer ungewohnten Perspektive kennenlernen. Infotafeln bieten dem Besucher Aufklärung über die Wichtigkeit von naturnahen Wäldern für die Artenvielfalt und das Klima. Gewonnen hat eigentlich jeder. Dort wo noch vor wenigen Jahren Kugeln knallten entwickeln sich heute seltene Tier- und Pflanzenarten, die in umliegenden stark genutzten Landwirtschaftlichen Flächen keine Überlebenschance haben. Darüber hinaus ist der gesamte Hainich bei der Europäischen Union als FFH Gebiet gemeldet (Flora & Fauna Habitatsrichtlinie). Mit dem europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ wird so versucht, den immer weiter fortschreitenden Artenschwund durch Zerstörung der Lebensräume zu stoppen. Ich bin aus zweierlei Gründen in den Hainich gereist. Als „Urwald von Morgen“ ist er natürlich Bestandteil meines Waldprojektes, das momentan am entstehen ist. Außerdem treffe ich zum dritten Mal alte Bekannte wieder.

Hainich  046

Die „Road to Copenhagen“ führt direkt durch den Hainich Nationalpark. Vor über sechs Wochen sind Merle, Achim, Sarah und Julian in Konstanz am Bodensee losgelaufen. Das Ziel ist die Klimakonferenz in Kopenhagen Anfang Dezember. Die Botschaft ist klar: „Klimaschutz ohne wenn und aber“. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Es ist inzwischen erwiesen, dass die Erderwärmung immer schneller voranschreitet. Diese hat verheerende Folgen für zukünftige Generationen. Über 1000 lange Kilometer haben sie bisher ihren 400 kg schweren Bollerwagen durch die Lande gezogen. Weder platte Reifen, Achsenbrüche, durchgelaufene Schuhe, Dauerregen, starke Steigungen noch Gegenwind konnten sie von ihrem Weg abbringen. Ich treffe die Gruppe leicht erschöpft aber in mental intakten Zustand am Baumkronenpfad im Nationalpark, auf dem wir gemeinsam die Schönheit der leider farblosen (sprich: grünen) Herbstblätter bestaunen.

Hainich  045

Tausende von Briefen besorgter Bürger an die Bundeskanzlerin haben sie bisher gesammelt und weggeschickt. Frau Merkel wird darin aufgefordert, persönlich nach Kopenhagen zu reisen und ihrem selbst formulierten Anspruch als Klimakanzlerin (von dem leider inzwischen nichts mehr zu spüren ist) gerecht zu werden. Geantwortet hat sie bisher freilich nicht. Ist ja klar, denn sie ist mit ihrem neuen Koalitionspartner Westerwelle beschäftigt, ein zukunftsfähiges Regierungsprogramm auszuarbeiten. Das kostet alle Intelligenz, Kraft und Voraussicht zu dem die Damen und Herren fähig sind. Steuerentlastungen in Zeiten höchster Staatsverschuldung und verlängerte Laufzeiten überalteter Atomkraftwerke sind geradezu prophetische Glanztaten in eine nachhaltige Zukunft. Kommende Generationen werden es der neuen schwarz-gelben Regierung danken.

In einigen Wochen, wenn unsere unermüdlichen Wanderer in Berlin ankommen, um dort an den Reichstag zu klopfen werde ich die Gruppe hoffentlich gesund und munter wieder sehen.

Ein Wald wie aus dem Märchenbuch – Corcova Uvala 19.10.2009

Ich würde schätzen, dass 99,9% aller Besucher die in den Nationalpark Plitvicer Seen fahren nur Augen für die, zugegebenen großartigen Seen und Wasserfälle haben. Dabei besteht der fast 300 qkm große und gleichzeitig größte Nationalpark Kroatiens nur aus 0,7% Wasserfläche. Fast drei Viertel der Karstberge sind mit dichten Mischwäldern überzogen, die durch frühzeitige Schutzmaßnahmen und einer fehlenden industriellen Holzwirtschaft einen sehr naturnahen Zustand besitzen. Das Kronjuwel des Parks ist für mich (als Urwaldfotograf) ganz klar das Spezialreservat „Corcova Uvala“. Ich habe in den vergangenen Jahren wahrlich viele Wälder auf unserer Erde kennen gelernt. Doch dieser Wald ist etwas wirklich Besonderes. Die Schönheit und die überall spürbare Präsenz des vielfältigen Lebens haben mich total gefangen genommen.

Corkova Uvala  2869

Wer erfahren möchte was das Ökosystem Wald wirklich ausmacht, der sollte einmal im Leben unter den Kronen dieser jahrhunderte alten Bäume gestanden haben. Wenn ich mir vorstelle wie arm und amputiert dagegen der gängige Forst vegetiert, könnte man fast wütend werden. Alle urwaldtypischen Merkmale sind hier auch für den Laien sehr schnell zu erkennen. Im Wald wird man Zeuge aller Lebensphasen der Bäume. Mächtige jahrhunderte alte Laub und Nadelbäume wachsen auf den kargen Böden des steinigen Karst. Dazwischen steht immer wieder ein längst abgestorbener Riese, dessen unzählige Löcher im Stamm darauf schließen lassen, dass sich Vögel hier ihre Nahrung suchen. Ob durch Verwitterung, Schneefall oder Stürme, irgendwann fallen sie auf den Boden. Im Naturwald bleiben die Bäume liegen, um in der Zersetzungsphase den Kreislauf ihres Pflanzenlebens zu schließen. Dabei bilden sie Lebensraum für Pilze, Flechten und Moose.

Corkova Uvala  2867

Neue Bäumchen wachsen auf den Körpern der Alten und nutzen deren Nährstoffe. Hier in der Urwaldgesellschaft kann man einen ganz wichtigen Unterschied zu unserer menschlichen Gesellschaft erkennen. Dieser wird wohl letztendlich ausschlaggebend sein warum die Natur überlebt, der Mensch aber, wenn er so weiter macht, leider nicht. In der Wildnis fällt kein Müll an. Alles bleibt innerhalb des Kreislaufes aus Werden und Vergehen. Jede noch so kleine Kleinigkeit wird genutzt und umgewandelt. Die Natur ist zu hundert Prozent nachhaltig. Das müssen wir wieder lernen wenn wir langfristig überlebensfähig bleiben wollen. Ein weiteres Merkmal eines Waldes, der seinen eigenen Gesetzen folgen darf, ist die relativ große Distanz in der die Bäume voneinander entfernt wachsen. Es ist überhaupt kein Problem durch das Unterholz zu schlendern, selbst die Jungtriebe überwuchern nur an wenigen Stellen den Boden. Der „Corcova Uvala“ ist ein Mischwald wie er eigentlich in weiten Teilen Europas vorkommen müsste. Fast fünfzig Prozent sind Buchen, gefolgt von Tannen, Wachholderbäumen und dem Ahorn. Als ich zum ersten Mal in diesen Wald gelaufen bin habe ich die Nadelbäume automatisch für Fichten gehalten. Erst als mein Blick auf die kleinen Jungtriebe fiel ist mir aufgefallen, dass die Nadeln abgerundet und weich waren. „Oh Tannenbaum, so grün sind deine Blätter“. Durch den Fichtenwahn, der vor einigen Jahrzehnten fast sämtliche Forstleute in Europa befiehl (schnelles Wachstum = größerer Gewinn) hat man sich schon so damit abgefunden auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes auf diesen Baum zu stoßen, dass  man fast überrascht ist wenn alles so ist, wie es sein sollte. Junge Tannentriebe müssen in unseren Wäldern eingezäunt werden, um sie vor dem Verbiss durch Rotwild zu schützen. Da ihre natürlichen Feinde wie Wölfe und Bären bei uns ausgerottet wurden, gibt es im Forst viel zu viele Rehe und Hirsche, die die Erneuerung so mancher Baumart verhindern. Zusätzlich werden die Tiere bei uns im Winter noch künstlich gefüttert. Ich behaupte mal, dass dies nicht aus reiner Tierliebe praktiziert wird, sondern dass so manch kühner Jäger genug Material vor die Flinte bekommt. Hier in den Wäldern des Nationalparks streifen noch Raubtiere durchs Unterholz. Gesehen habe ich sie natürlich nicht. Nur der von Wildschweinen mit der Schnauze aufgewühlte Laubboden lässt auf die Präsenz größerer Tiere schließen. Die Kreisläufe sind intakt, Tiere und Pflanzen leben in Balance.

Corkova Uvala  2870

Was den Wald hier so zauberhaft erscheinen lässt ist seine geografische Lage. Zwischen drei bis zu tausend Meter hohen Berggipfeln fallen die Hänge zum Teil recht steil ab. Immer wieder formt der steinige Untergrund kraterähnliche Löcher und Trichter, deren tiefste Stellen meist von einem besonders mächtigen Baum dominiert wird. Nährstoffreicher Humus ist knapp, die Bäume suchen sich alle möglichen und unmöglichen Stellen zum wachsen. Luftwurzeln wachsen über Felsen, die mit Moosen überzogen sind. Uralte Baumstümpfe die kurz vor der Zersetzung stehen sind mit hunderten von Pilzen überzogen. Während Buchen und das Ahorn relativ schnell verrotten und zu Humus werden, kann die Zersetzungsphase bei Tannen bis zu achtzig Jahre dauern. Diskusförmige Baumpilze wachsen horizontal an alten Stämmen. Fällt der Stamm zu Boden, passen die Pilze ihr Wachstum automatisch an und wachsen um neunzig Grad versetzt weiter. Das sieht ziemlich skurril aus. Es gibt fünfundsiebzig endemische Pflanzenarten im Nationalpark. Endemisch bedeutet, dass sie nur hier in der Region wachsen und sonst nirgends auf der Welt. Urwälder haben naturgemäß die größtmögliche Artenvielfalt. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir endlich anfangen wieder mehr Wälder aus der Nutzung zu  nehmen. Bis zu siebenhundert Jahre kann der komplette Lebenskreis einer Tanne in den Karstbergen hier im Süden Europas dauern. Die Buche ist da mit maximal dreihundert Jahren relativ kurzlebig. Groß ist das Urwaldreservat nicht, eigentlich nur lächerliche achtzig Hektar. Doch selbst am dritten Tag hab ich noch nicht ansatzweise alle Regionen erkundet. Manche Stellen im Wald sind so schön, dass eine Stunde vergangen ist bis ich alle Motive im Kasten habe ,die ich durch mein inneres Auge entdeckt habe.

Corkova Uvala  2866

Ich werde in Zukunft wohl genauer hinschauen, bis ich einem Wald tatsächlich das „Ur“ abnehme. In vielen naturnahen Wäldern sieht man einfach nicht so viele große alte Bäume auf dem Boden liegen. Es dauert viele Jahrhunderte bis man in einem Gebiet sämtliche Phasen des Lebenszyklus Wald auch wirklich erkennen kann. Hier im „Corcova Uvala“ ist dies der Fall, und es ist großartig. Manch ein Wald wird zur Zeit aus der Nutzung genommen. Je länger die Sägen schweigen, desto größer werden die urwaldähnlichen Merkmale, je größer die natürliche Gesundung der Flora und Fauna. Viele meiner Ziele die ich für dieses Waldprojekt besuchen werde, sind solche Wälder. Die Urwälder von „übermorgen“. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser kleine Flecken hier in Kroatien mein Lieblingswald. Ich freue mich, dass ich seinen Zauber entdecken durfte. Gleichzeitig bin ich aber auch traurig, wie wenig solcher magischer Orte in unserer modernen Welt noch existieren.

Wo einst Winnetou den Heldentod starb 16.10.09

Eine Woche ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Ich bin zurück an den Plitvicer Seen.

Plitvicer Seen  2626

Am deutlichsten bemerkbar macht sich die Veränderung zur letzten Woche in den inzwischen frostigen Temperaturen. Bei bis zu sommerlichen 24 Grad war die Arbeit neulich locker in kurzen Hosen zu bewältigen. Nun ist eine der ersten Handlungen wenn ich morgens kurz vor Sechs aus dem Bett falle, in warme Unterhosen zu schlüpfen und alles dreifach anzuziehen.

Plitvicer Seen  2625

Der Nachtfrost brachte ein bisschen bräunliche Farbtöne in die Buchenwälder, von einer Symphonie oder gar einem Farbenrausch sind wir aber nach wie vor weit entfernt. Der wird dieses Jahr auch ausbleiben, davon bin ich inzwischen überzeugt. An den Stellen, wo oft Winde wehen, liegen inzwischen zu viele Blätter vertrocknet und erfroren am Boden. Erstaunlicherweise ist innerhalb des Waldes fast noch keine Färbung eingetreten. Da heißt es das Beste draus machen. Es ist ja nicht so, dass deshalb keine schönen Bilder möglich sind. Vorgestern war so ein Moment wie ich es mir wünsche. Zwischen vereinzelten Sonnenphasen zogen immer wieder kurze Schneeschauer über die Landschaft. Ich befand mich zu dem Zeitpunkt am Ende der Seen, wo sich das Wasser im Fluss Korana seinen Weg durch einen schönen Canyon bahnt. Die Schneewolken standen wie ein riesiger Aufhellschirm über dem Canyon, während hinter mir der inzwischen wieder freie Himmel helles Licht aussandte. So wurde mein Motiv perfekt gleichmäßig und ohne große störende Kontraste ausgeleuchtet.

Plitvicer Seen  2623

Während meiner Ausbildung, als ich im Studio lernte technische Geräte zu fotografieren, haben wir die Methode mit dem indirekten, weichen Licht auch oft angewendet. Nur waren dort die Aufheller keine Wolkenberge sondern kleine Pappen oder Styroporplatten. Das Prinzip ist aber dasselbe. Auch wenn die Wetterverhältnisse nicht immer perfekt sind (wo sind sie das schon?) bin ich nach wie vor von dieser großartigen Landschaft begeistert. Übrigens haben die meisten von uns schon mal einen Blick auf dieses Naturparadies geworfen. Wer kennt sie nicht, die Abenteuerfilme schlechthin aus unserer Kindheit. Der Schatz im Silbersee wurde hier versenkt und Winnetou durfte in den Felsen der Karstlandschaft zum Blutsbruder von Old Shatterhand werden. Die Szene, als der größte aller Indianer erschossen wurde, hat bei mir ein regelrechtes Trauma ausgelöst. Auch in späteren Zeiten in meiner Jugend hab ich immer weggeschaut als es passierte. Überhaupt war nur eine Filmszene für mich noch schlimmer zu ertragen. Nämlich als der blöde Soldat in Kevin Costners „Der mit dem Wolf tanzt“ völlig sinnfrei den Wolf erschoss. Ich hab Rotz und Wasser geheult, und für mich war klar, dass ich immer auf der Seite der Wölfe stehen werde. Zurück zum Nationalpark.

Plitvicer Seen  2624

Der hat zwar die berühmten Seen und Wasserfälle, ist aber in allererster Linie ein riesiger naturnaher Wald. Irgendwo zwischen den bis zu tausend Meter hohen Bergen befindet sich das Totalreservat Corkova Uvala. Es ist ein Überbleibsel echten alten Waldes, das ich mir nun etwas näher anschauen werde.

Eine Annäherung an die Plitvicer Seen 08.10.2009

Gäbe es sie nicht, müsste man sie erfinden. Dass sich hier jährlich 800.000 Menschen über die Stege schieben, kann man als lästig bezeichnen, ist aber ein Zeichen für die Einzigartigkeit der Seenlandschaft im Nationalpark Plitvicer Seen. Kaskadenförmig sind 16 kleine und größere Seen angeordnet, eingerahmt von Hügelketten die mit urwaldartigen Mischwäldern bewachsen sind. Natürliche Barrieren aus Kalk, die durch unterirdische Karstzuflüsse entstehen, trennen die einzelnen Seebecken voneinander. Insgesamt beträgt der Höhenunterschied vom ersten bis zum letzten See 133 Meter.

Blog Plitviver Seen  173

Das fließende Wasser bahnt sich seinen Weg durch Löcher im Karst oder fällt über die Gesteinskanten als wunderschöne Fälle in das nächste Becken. Von der UNESCO ist dieses Gebiet wegen seiner Einzigartigkeit als Weltnaturerbe anerkannt worden. Die Anreise zum Park von Slowenien kommend ist für uns ein Wechselspiel der Emotionen. Wir fahren auf kleinen, fast zur Gänze leeren Straßen und  durchqueren eine Landschaft, deren Bergzüge mit naturbelassenen endlos erscheinenden Wäldern bedeckt ist. Bäche und Flüsse folgen ihrem natürlichen Lauf und heideartige Wiesen zeugen von wenigen menschlichen Aktivitäten. Dass dies zum Teil auch einen wirklich traurigen Hintergrund hat, sehen wir immer dann wenn wir durch kleine und kleinste Ortschaften kommen, in denen Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt sind oder zumindest dutzende Einschusslöcher in den Wänden aufweisen. Es ist noch keine 20 Jahre her da schlugen sich die einzelnen Völker im sich auflösenden Staatenverbund Jugoslawien für einige Jahre die Köpfe ein. Mitten in Europa, keine 6 Autostunden von uns entfernt. Zehntausende wurden getötet oder aus ihrer Heimat vertrieben. Viele Häuser sind inzwischen wieder aufgebaut worden, stehen aber unverputzt in der Landschaft. Für mich und Elly, die  beide nie haben „Kugeln pfeifen hören“ (was für ein Glück) sind das sehr nachdenkliche Stunden. Uns wird bewusst wie wenig selbstverständlich es für viele Menschen ist, in Frieden und Wohlstand aufzuwachsen und ein Leben in wirklicher Freiheit leben zu dürfen. Im Nationalpark verschwinden diese Gedanken und wir sind begeistert über die intakte Natur. In den glasklaren Seen schwimmen Forellen und Elritzen.

Blog Plitviver Seen  172

Im Sonnenlicht sieht es fast so aus als würden die Fische in der Luft schweben. Dadurch das man die Besonderheit dieses Gebietes früh erkannt und entsprechend geschützt hat, haben sich in diesem Ökosystem so gut wie alle Tierarten erhalten, die auch schon vor Ankunft der Menschen hier ihren Lebensraum hatten. Es ist schön zu wissen, das nach wie vor Bären, Wölfe und Luchse durch die Wälder streifen, und Steinadler ihre Kreise über den Wipfeln ziehen. Ein Großteil der Besucher besteht aus Reisegruppen, die mit Bussen angefahren kommen. Es gibt zwei, drei Hauptrouten, auf denen ca. 90 Prozent der Menschenmassen über Holzstege und mit Elektrobooten durch die Wald und Seenwelt geleitet werden. Wenn man es geschickt anstellt, kann man dem Großteil des Ansturms ausweichen. Nachdem wir die Gegend zwei Tage lang erkundet haben, sind mir all die Plätze bekannt auf denen die schönen Motive fotografiert werden können.

Blog Plitviver Seen  174

Wir starten vor Sonnenaufgang und laufen noch im Dunkeln durch den Wald, um im Morgengrauen an der richtigen Stelle zu stehen. Die Pristavci Fälle sind eines der fotografischen Highlights, die im ersten Morgenlicht in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen. Seit drei Tagen knallt direktes Sonnenlicht vom wolkenlosen Himmel, so dass ich eigentlich nur am frühen Morgen und späten Abend eine Chance auf einigermaßen brauchbares Fotolicht habe. Dreimal hintereinander stehe ich zum Sonnenaufgang an meinem Aussichtspunkt. Am ersten Morgen bricht das Gewinde in meinem Stativkopf.  Am zweiten Tag habe ich den Kugelkopf mit Klebeband halbwegs auf dem Stativ fixiert. Doch nur in absolut gerader Stellung der Kamera kann ich überhaupt Fotos machen. Neben dem zu harten Licht während des Tages, schlägt der wohl auch hier in Südeuropa viel zu trockene Sommer voll durch und verhindert die für diese Jahreszeit typischen Herbstfarben des Laubes. Nur an den Stellen wo der Wind über die Seen pfeift sind einige Ahornbäume bereits gelb und vereinzelte Büsche setzen rot leuchtende Farbtupfer.

Blog Plitviver Seen  171

Viel zu viele Blätter hängen vertrocknet an den Ästen oder sind schon abgefallen. Die am häufigsten wachsende Baumart neben der Fichte ist die Buche. Ihre Blätter sind besonders innerhalb des Waldes noch komplett grün und vermitteln alles andere als herbstlichen Farbenrausch. Erst für kommende Woche sind herbstliche Temperaturen und Regen vorausgesagt. Also nutze ich die Zeit für Erkundungen im Umfeld des Nationalparks um dann, wenn Licht und Motiv stimmen, bereit zu sein. Leider ist die freie Zeit meiner Freundin Elly schon wieder vorbei. Ich begleite sie Richtung Heimat, um gleichzeitig kaputte Teile meiner Ausrüstung auszutauschen und fotografierte Bilder zu sichern. Die kommenden zwei Wochen werde ich wieder alleine auf Motivjagd gehen. Von den Plitvicer Seen wird man noch von mir hören.

Über der Baumgrenze 03.10.2009

Der Tag beginnt mit einem Geschenk für den Fotografen. Eine Gruppe Steinböcke befindet sich in unmittelbarer Nähe unseres Nachtlagers. Über eine Stunde verzögert sich der Weitermarsch, weil sich die Tiere als erstaunlich zutraulich herausstellen.

Triglav  2172

Zuerst bin ich sehr vorsichtig und fotografiere aus der Distanz. Als ich merke, dass die Tiere nicht sehr scheu sind, nähere ich mich ihnen bis auf zehn Meter. Dummerweise ist zu dem Zeitpunkt die Sonne über die Bergkuppe geklettert. Das Licht wird nun zu hart für gute Aufnahmen und so machen wir uns auf den weiteren Aufstieg. Über uns strahlt ein blauer Himmel. Wir nehmen die Landschaft ganz anders wahr als noch gestern im Nebel. Die mystische Stimmung ist weg, heute ist alles weit, offen und erhaben. In kleinen Schritten steigen wir beharrlich die steilen Geröllfelder nach oben. Gegen Mittag hat uns der aus den Tälern aufziehende Nebel eingeholt. Immer wieder schaffen es Sonnenstrahlen durch die Wolken, was die mondartige Landschaft in faszinierende Wechselspiele aus Licht und Schatten taucht.

Triglav  2176

Als wir nach langem Aufstieg eine Passhöhe erreichen geht es auf der anderen Seite wieder fast vierhundert Höhenmeter steil nach unten. Unser Ziel, der Triglav ist noch ein paar „Aufs“ und „Abs“ entfernt. Stunde um Stunde laufen wir der „Dom Planika-Hütte“ entgegen. Gegen 15 Uhr erreichen wir die auf 2500m Höhe gelegene Ausgangsbasis für die Gipfelbesteigung. Wir quartieren uns ein und bereiten den Aufstieg zum Gipfel vor. Der Weg ist über weite Strecken ein Klettersteig, so dass ich nur das Allernotwendigste auf den Rücken packe. Manch Anwesender in der Hütte wundert sich warum wir uns so spät noch auf Weg machen. Denn um sieben Uhr ist es um diese Jahreszeit schon stockdunkel. Doch genau das ist der Plan. Während der Großteil der Wanderer am Abendessen sitzt möchte ich auf dem Gipfel stehen und den Sonnenuntergang fotografieren. Der Aufstieg ist steil und anstrengend. Weite Teile des Pfades sind mit Stahlseilen abgesichert, an denen man sich festhalten kann. Einmal überquert der Weg einen Grad der nur einen halben Meter breit ist. Auf der einen Seite geht es vierhundert Meter in die Tiefe, auf der anderen Seite fast fünfzehnhundert Meter. Schwindelfrei muss man sein, sonst hat man hier keine Freude. Als wir dann auf dem Gipfel stehen, spüre ich kleine Freudentränen meine Wange hinunterkullern.

Triglav  2173

Es ist ein so grandioser, wunderschöner Anblick der in mir diese Emotionen auslöst. Fast die ganze Welt ist verhüllt. Weit unter uns spannt sich ein Teppich aus flauschigen Wolken über die Erde. Nur die hohen Berge ragen heraus. Wie Könige stehen wir auf dem höchsten der erhabenen Gesteinsriesen. Während im Westen die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, erhebt sich fast zeitgleich im Osten ein perfekt gerundeter Mond in den lila Abendhimmel.

Triglav  2174

Alle körperlichen Anstrengungen des Aufstieges sind vergessen. Die Erde schenkt uns einmal mehr ein unvergessliches Erlebnis. Erst als das Abendrot dem dunkel der Nacht gewichen ist, machen wir uns an den Abstieg zur Hütte.

Triglav  2175

Genau das, wovor wir von den anderen Wanderern wegen der angeblichen Gefahr gewarnt worden sind, wird dann zum absoluten Wahnsinnserlebnis. Wie durch einen riesigen Reflektor wird das Mondlicht von den weit unter uns gelegenen Wolken reflektiert. Nur zweimal müssen wir die Stirnlampe zu Hilfe nehmen, um auf den Geröllfeldern die Wegmarkierungen zu finden. Den Rest des Weges bewältigen wir in einem der schönsten Lichtstimmungen, die man sich vorstellen kann. Die Welt ist dunkel und strahlt doch so hell. Wer seine Sinne spüren möchte, gehe hinaus in die Elemente.

In den Julischen Alpen 02.10.2009

Der Herbst lässt dieses Jahr auf sich warten. Ein trockener Sommer und ein zu warmer September verhindert bisher, dass sich das Laub sein herbstliches Farbenkleid überwirft. Zusammen mit meiner Freundin Elfriede bin ich in den Süden aufgebrochen um herbstliche Buchenwälder in Kroatien zu fotografieren. Da wir aber überall durch grüne Landschaften kamen, sind wir in Slowenien kurzerhand rechts abgebogen und haben den „Triglav Nationalpark“ in den Julischen Alpen angesteuert. Von früheren Touren erinnerte ich mich an wunderbar alte Fichtenwälder in den Berglagen des Parks.

Triglav  2178

Da sich diese sowieso nicht verfärben und mit dem fast 3000 m hohen „Triglav“ noch eine Gipfelbesteigung auf uns wartete, war die Entscheidung schnell getroffen. Wir haben Schlafsäcke und Lebensmittel für vier Tage in die Rucksäcke gepackt und den Wagen am Ende des idyllischen Bohinj-Sees geparkt. Dieser ist zu fast allen Seiten von einer hunderte Meter hohen Felswand eingefasst, die es auch gleich zuerst zu erklimmen gilt. Von unten sieht es so aus als müsste man die glatte Wand hinauf. Folgt man dem Pfad, ist der Weg aber durchaus für jeden halbwegs “fitten“ Wanderer zu schaffen. Nach zwei Stunden steilen Aufstiegs erreichen wir ein Hochplateau mit einem kleinen See, dessen Unzugänglichkeit die Natur wohl vor der Nutzung des Menschen bewahrt hat.

Triglav  2169

Einige schon leicht verfärbte „Ahörner“ wachsen hier oben zwischen wunderbar, mit Flechten überwachsenen uralten Fichten. Während ein Großteil des über 80.000 Hektar großen Parks nach wie vor naturnah bewirtschaftet wird, gehört dieser beständig ansteigende Taleinschnitt sicherlich zu den 1000 Hektar in denen die Wälder nicht „gepflegt“ werden (als ob die Natur Pflege bräuchte – doch genau so stand es auf der Homepage des Parks). Von den rechts und links steil aufsteigenden Kalkwänden der Berge lösen sich von Zeit zu Zeit kleine und größere Felsbrocken. Diese werden auf dem Talboden erst von Moosen in Beschlag genommen, später wachsen auch Fichten auf ihnen. Weit ausladende Wurzeln die sich über die Steine schlängeln, geben dem Wald hier oben den Charakter eines Märchenwaldes.

Triglav  2181

Wir haben auch noch das Glück, dass sich die Wolken immer wieder in Form kleiner Schauer entleeren, worauf kurz darauf dichter Nebel durch die Bäume zieht. Dies verleiht den Fotos ihre besondere Stimmung. Nicht auszudenken wenn jetzt die Sonne scheinen würde, denn harte Kontraste verhindern Fotos wie ich sie mir hier vorstelle. Nach weiteren zwei Stunden verändert sich der Charakter des Waldes auf einer Höhe von ca. 1400 m sichtbar. Wir verlassen das Reich der Fichten und laufen durch recht offenen Lärchenwald. Die Lärche ist die einzige Nadelbaumart, die im Herbst ihre Nadeln verfärbt und später abwirft. Sind sie schon mal an einem Sonnentag durch einen goldenen Lärchenwald gelaufen? Der blaue Himmel und das komplementäre gelb der Nadeln sorgen für ein wahrlich sinnliches Erlebnis. Für uns war es etwas weniger romantisch. Ein starker Wind bläst uns hier oben ins Gesicht und ein immer dichter werdender Nebel lässt die noch weitest gehenst grünen Lärchen schon nach wenigen Metern im optischen Nichts verschwinden. Die Baumgrenze passieren wir am späten Nachmittag. Wir laufen durch eine Geröllwüste die durch den Nebel endlos erscheint. Nur von früheren Touren weiß ich von den um uns herum aufragenden Bergriesen. Auf 1800m finden wir ein Nachtlager in Form einer ganzjährig für Wanderer geöffneten Notunterkunft. Die Hütte liegt auf einer Anhöhe, die wunderbare Blicke auf die westliche Alpenkette des Nationalparks ermöglicht.

Triglav  2171

Zum Tagesende löst sich der Nebel auf und ein fast voller Mond kredenzt uns schöne Stimmungen zur guten Nacht. Müde kuscheln wir uns in den warmen Schlafsack.

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