Wildview

Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Archiv: Dienstag, 5. Januar 2010

Gedanken zum Jahreswechsel 01.01.2010

Seit meinem letzten Blogeintrag sind einige Wochen vergangen. Auf diesem Wege möchte ich Allen, die so freundlich sind meine Texte hier auf wildview.de zu lesen, ein gesundes, erfülltes und friedliches neues Jahr wünschen. Bevor ich wieder über meine fotografischen Erlebnisse berichte, möchte ich eine kleine Brücke zu meinem letzen Eintrag aus Kopenhagen bauen, um diese Ereignisse, die ja meine Arbeit maßgeblich prägen, nicht unkommentiert zu lassen.

Nachwort  052

Die Hoffnung, dass sich die auf der Klimakonferenz versammelten Repräsentanten der Menschheit auf eine vernünftige zukunftweisende Lebensformel haben einigen können hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, kurzsichtiger und egoistischer hätte das Mammuttreffen nicht scheitern können. Zum Einen wollten sich die Vertreter der ärmeren Länder nicht ein weiteres Mal von den Industrienationen übervorteilt fühlen, was ich sehr gut verstehen kann. Zum Anderen hatten die Vertreter der wahren „Global Player“, wie z.B. die Energiekonzerne, ihre Leute an den richtigen Stellen platziert. So blieb auch ein so mächtiger Mann wie Amerikas Präsident Obama blass und tatenlos. Ganz zu schweigen vom Unwillen chinesischer Vertreter, die sich ihren Aufschwung zur wirtschaftlichen Weltherrschaft nicht ausbremsen lassen wollen. Solange jeder das Riesenreich China als Billigfabrik missbraucht, von wo aus die restliche Welt mit allem möglichen und unmöglichem Ramsch versorgt wird, sind auch die halbwegs empörten Aufschreie vereinzelter Politiker über die uneinsichtigen Chinesen nur purer Zynismus. Würden wir den ganzen Mist den wir mit einem „Made in China“ Label kaufen auch selber produzieren, wäre unsere Ökobilanz noch viel verheerender als sie sowieso schon ist. Zumindest wäre sie dann ehrlicher und würde zeigen, dass nicht der durchschnittliche Chinese mit seinem Lebensstil den Planeten kaputtmacht, sondern wir so „umweltbewussten“ Westler. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, sollten wir den Kopf nun nicht in den Sand stecken. Doch viel Zeit bleibt uns nicht. Denn der Spielraum zu handeln wird immer kleiner. Ich bin überzeugt, das wir vieles von dem was heute auf dem Planeten existiert schon in naher Zukunft starken Veränderungen unterzogen sein wird.

Nachwort  053

Wir haben schon Abläufe in Gang gebracht die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Allenfalls abgemildert. Ob es in Zukunft noch Korallenriffe und Gletschergebiete auf der Erde geben wird, die uns Menschen mit Nahrung und Trinkwasser versorgen, muss schon heute stark bezweifelt werden. Trotzdem müssen wir retten was zu retten ist, denn wir sind eine Spezies, die sich nach wie vor fleißig reproduziert und sogar vermehrt. Im Namen derer die nach uns kommen, gilt es heute zu handeln. So einfach ist das. Lasst uns endlich aus unserem konsumvernebelten Wachkoma erwachen und den Weg in die nachhaltige Gesellschaftsform antreten.

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