Wildview

Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Kategorie: Allgemein

Prolog zum Thema „Savanne“: Warum “Naturwunder Erde”?

Das Reisen hat mich immer fasziniert. Schon in der Jugend zog es mich in fremde Länder auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten. Das hat sich bis heute nicht verändert. Nur ist der Blick auf die Welt als über Vierzigjähriger ein anderer als der mit Anfang zwanzig Jahren. Der moderne Mensch ist gerade dabei, das Antlitz dieses wunderbaren Planeten in Rekordzeit so nachhaltig zu verändern, dass schon wenige Generationen, die nach uns kommen, eine völlig andere Lebens- und Erfahrungssituation vorfinden werden, als die, welche uns heute vergönnt ist. Deshalb ist es mir als Naturfotograf ein Anliegen, Schönheit sichtbar zu machen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Dass etwas auf der Erde in die falsche Richtung läuft, beginnen wohl so ganz langsam auch die meisten Zweifler zu begreifen. Aber wie sich die Situation mit unseren Lebensgrundlagen global darstellt, ist meiner Meinung nach bisher viel zu wenigen Menschen bewusst. In den fast zehn Jahren, in denen ich Vorträge innerhalb der Waldkampagne von Greenpeace gehalten habe, sind mir persönlich viele Lichter aufgegangen. Ich habe gelernt,  dass in einer globalisierten Welt Dinge unmittelbar zusammenhängen können, auch wenn zwischen Ihnen tausende von Kilometern liegen. Wer meine Aufsätze in den letzten Monaten verfolgt hat weiß, dass ich momentan zu einem Thema mit dem Titel “Naturwunder Erde” arbeite. Die Grundidee zu diesem Konzept basiert auf einem jahrelangen Gedankenprozess von mir, bei dem ich überlegt habe, wie ich innerhalb meiner Fähigkeiten als Fotograf die grundsätzlichen Probleme unserer heutigen Zeit auf eine verständliche Ebene bringen und möglichst Vielen zugänglich machen kann. Der Schlüssel liegt aus meiner Sicht darin, dass wir unseren Blick auf den Planeten Erde verändern müssen. Ohne wirklich zu begreifen woher die Dinge, die wir konsumieren stammen, nutzen wir die Ressourcen dieser Welt ohne Maß und Verstand. Mit “Naturwunder Erde” werde ich nun die Erde im Ganzen portraitieren. Ich möchte, dass die Menschen durch meine Fotos und Geschichten unsere Heimat mit anderen Augen sehen. Die Naturfotografie hat eine starke Kraft, Inhalte zu transportieren und Emotionen zu wecken.

Zusammen mit den Kampaignern von Greenpeace habe ich all jene Ökoregionen herausgearbeitet, die maßgeblich für den Reichtum und die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde verantwortlich sind. So soll es dieses Mal nicht nur um das Thema Wald gehen, über das ich berichten werde, sondern auch andere Lebensräume wie Grasland, Gestein und Wasser. Stellt man diese Themen innerhalb eines Projektes in unmittelbaren Zusammenhang, und zeigt ihre Schönheit, ihre Funktion, die Nutzung durch Lebewesen  – und vor allem die Vernetzung zu den anderen Regionen, wird sehr schnell klar, wie vielfältig, aber auch wie anfällig und “endlich” unsere Welt geworden ist. Was mich persönlich am Meisten erschüttert ist die Geschwindigkeit, mit der ich und meine über sieben Milliarden Mitmenschen immer tiefere Wunden in diesen empfindlichen Organismus reißen und das Gleichgewicht nachhaltig stören. Allein in den vergangenen sechsundzwanzig Jahren, in denen ich das Glück hatte, reisen zu dürfen, hat sich so viel verändert, dass man schon blind und taub unterwegs sein müsste um das nicht zu erkennen.

 

Deshalb ist mein nächstes Reiseziel besonders spannend für mich, denn in dieser Region war ich vor über fünfzehn Jahren schon einmal. Das Thema “Savanne” gilt es nun zu fotografieren und somit wartet eine der schönsten Landschaften der Welt auf eine erneute Erkundung – das Grasland in der Grenzregion zwischen dem afrikanischen Kenia und Tansania. Was hat sich wohl hier im Laufe einer Generation verändert?

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