Wildview

Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Kategorie: Deutschland

Zeit des Erwachens 23.05.2010

Der Blick vom 1373 m hohen Gipfel des Lusens fällt auf eine riesige Fläche des Hochwaldes, die sich über beide Teile der Landesgrenze zieht. Während sich in tieferen Lagen die Baumbestände aus Buchen, Fichten und Tannen zusammensetzen, wachsen in den Hochlagen nur die kälteverträglichen Fichten.

Der Anblick der sich dem Wanderer bietet wirkt unreal und beängstigend. Unzählige graue Baumskelette ragen in den Himmel. Kaum ein Baum hat dieses apokalyptische Szenario überstanden. Schuld an diesem Massensterben ist ein paar Millimeter großer Knirps, der Borkenkäfer. Als Anfang der achtziger Jahre ein Sturm etwa 70.000 Festmeter Holz auf den Boden knickte, entschied der damalige Minister Hans Eisenmann, 30.000 Festmeter davon liegen zu lassen. Dies sollte eigentlich eine selbstverständliche Entscheidung sein. Die Idee, die hinter einem Nationalpark steckt, ist es ja die Natur „Natur sein zu lassen“ und in diese Gebiete nicht mehr einzugreifen. Doch Leben wir nun mal in einer vom Menschen so stark veränderten Umwelt, dass die Folgen natürlicher Einflüsse wie z.B.  Stürme dramatische Auswirkungen auf die Natur haben können.

Ein angeschlagener kranker Fichtenbestand ist ein idealer Lebensraum für den Borkenkäfer. Im Forstwald werden die Sturmschäden sofort beseitigt, so dass es nicht zum Ausbruch einer Massenvermehrung des kleinen gefräßigen Gesellen kommen kann. Was macht man aber in einem Gebiet, das sich selbst überlassen wird? Ein Gebiet, das sich auf dem Weg zurück zur Wildnis befindet? Die damalige Entscheidung des Ministers hatte schwerwiegende Folgen, die bis heute sichtbar sind und wohl noch für viele Jahre das Volk in zwei konkurrierende Lager teilen wird. Es kam wie es kommen musste. Der Borkenkäfer begann sich im Sturmholz wohlzufühlen. Zur Eiablage bohrt er Gänge in die Rinde oder direkt ins Holz. Dadurch entstehen die Brutsysteme. Besonders die Larven der Rindenbrüter (z.B. des Buchdruckers) sind eine Gefahr für den Baum.  Sie ernähren sich von den saftführenden Schichten in der Rinde. Diese sind die Lebensadern des Baumes, weshalb ein Befall meist zum Absterben desselben führt. Der Nationalpark Bayrischer Wald sollte für den Borkenkäfer in den kommenden Jahrzehnten zum Schlaraffenland werden.

Weitere Stürme führten zu weiteren Windbrüchen welche zu immer neuen „Käferlöchern“ führten. Diese breiteten sich aus und verschmolzen schließlich zu großen Gebieten. Die Population erhöhte sich in den Folgejahren so stark, dass sogar gesunde, stehende Fichten angefallen wurden und dem unweigerlichen Ende entgegen sahen. Besonders dramatisch war die Entwicklung während der 90er Jahre. Just in der Zeit als man die Fläche des Parks auf die heutigen 24.000 Hektar vergrößern wollte, konnte man dem rasanten Niedergang der „wogenden Waldlandschaften“ innerhalb kürzester Zeit verfolgen. Es gab heftigen Widerstand in der Bevölkerung, welche die Vernichtung „ihres Naturerbes“ nicht tatenlos mit ansehen wollten. Aus heutiger Sicht grenzt es fast an ein Wunder, dass sich die Nationalparks Befürworter haben durchsetzen können.

Der Park wurde vergrößert, der Entwicklung freien Lauf gelassen. Nur in den Randlagen wurde und wird der Käfer bekämpft, um ein Überspringen auf private Wälder zu verhindern. Aus fotografischer Sicht ist dieser morbide Anblick sehr reizvoll, es entstehen Bilder, die ihre ganz eigene Stimmung entfalten. Zusammen mit meinen Kollegen, die ebenfalls am Fotografentreffen teilgenommen haben, gelingt es uns die Situation mit vielen eindrücklichen Aufnahmen festzuhalten. Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint, so kann vom Ende der Welt keine Rede sein, im Gegenteil.

So schnell sich der Niedergang der Fichten Monokulturen vollzogen hat, so rasant erfolgt die Wiederauferstehung. Überall wachsen junge Ebereschen, Fichten und Buchen. Ein gemischter Jungwald ist am entstehen. Selbst in den Höhenlagen wo es die Natur, bedingt durch das raue Winterklima, am schwersten hat regt sich wieder Nachwuchs zwischen dem Todholz. Hier wurde aus meiner Sicht genau das Richtige getan. Durch mutige Entscheidungen kann hier im Laufe der kommenden Generationen ein echtes Naturjuwel entstehen, welches für andere Regionen zum Vorbild werden wird.

Über die Grenzen des Nationalparks hinaus fangen die Probleme nämlich gerade erst an. Als die Forstwälder Mitteleuropas fast zur Gänze in Fichtenreinbestände umgewandelt wurden, hat man sich ein riesiges Problem geschaffen, welches in relativ kurzen Zeiträumen gelöst werden muss. Bedingt durch die Klimaerwärmung und die damit einhergehende steigende Zahl an Wetterextremen, wird es die ortsfremde Fichte in unseren Breitengraden immer schwerer haben zu überleben. Zudem ihr fast flaches Wurzelwerk sie schon für mittelschwere Stürme sehr anfällig macht, und sie sehr schnell umknicken können. Die Buchen, die in vielen teilen Europas vor einigen Jahrzehnten den Fichten haben weichen müssen, sind besser auf das wärmere Klima angepasst.

Doch auch die Buche wird zunehmend Schwierigkeiten bekommen, zumindest regional. Schon heute zeigen die Bäume in manchen Teilen Ostdeutschlands in besonders heißen regenarmen Sommern erste Anzeichen von Hitzestress. Dieser wird zunehmen, je trockener die Landstriche werden. Trotz aller Horrorszenarien die einem im Kopf herumschwirren wenn man über die Folgen des Klimawandels nachdenkt verlasse ich den Bayrischen Wald mit einer positiven fast euphorischen Stimmung. Hier kann man allen Ignoranten und Ewiggestrigen vorführen, dass die Natur durchaus in der Lage ist, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen, egal wie stark der Mensch zuvor an ihr herumgemurkst hat. Ein Besuch in Deutschlands ältestem Nationalpark möchte ich jedem Naturinteressierten empfehlen.

Der Höllenbach ist wunderschön 21.05.2010

Auf Einladung der Parkverwaltung „Bayrischer Wald“ bin ich in Deutschlands ältesten Nationalpark gefahren. Zum 40- jährigen Jubiläum wurden einige Kollegen und ich zum viertägigen fotografischen Rundgang geladen. Die aktuelle Situation dieser Waldlandschaft an der Landesgrenze zur tschechischen Republik sollte mit schönen Bildern dargestellt werden.

Immerhin bildet der Bayrische Wald zusammen mit dem Nationalpark Böhmerwald auf der tschechischen Seite die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas. Ich bin dieser Einladung gerne gefolgt, passt sie doch perfekt in mein aktuelles Projekt über „Europas wilde Wälder“. Die Nationalparks-Idee entstand in den USA, wo mit dem Yellowstone Park das erste großflächige Schutzgebiet der Erde eingerichtet wurde. Heute gibt es weltweit tausende solcher Parks, die die Vielfalt des Lebens auf der Erde schützen sollen. Oftmals sieht die Situation auf dem Papier wesentlich besser aus als die Realität vor Ort. Unzählige Male habe ich selbst erlebt, wie Missmanagement, Korruption und mangelnde Überwachung den Grundgedanken der Nationalparks ad absurdum geführt haben, auch bei uns in Europa.

Über ein unfähiges Management kann sich der Nationalpark Bayrischer Wald nicht beklagen. Viele Mitarbeiter generieren sich aus den Leuten, die früher in den Wäldern als Förster gearbeitet haben. Wenn man bei uns in Deutschland Natur schützen will besteht die Hauptschwierigkeit darin, dass jeder Winkel im Land irgendwie und von irgendjemanden genutzt wurde und wird. Als vor 40 Jahren das Waldgebiet zwischen den Gipfeln des Rachel und des Lusens aus der Nutzung genommen wurde, war dies insofern machbar, als dass es sich dabei um Staatswald gehandelt hatte und keine privaten Waldbauern entschädigt werden mussten. Ein weitaus größeres Problem bei solchen „zurück zur Natur“ oder „Wildnis wagen“ Prozessen sind oftmals die Ängste der Bevölkerung.

Die Geschichte des Bayrischen Waldes ist da geradezu ein Paradebeispiel und dauert bis heute an. Was sich hier abspielt kann wie eine Schablone auf alle zukünftigen Abläufe im Naturschutz genutzt werden. Durch die sich abzeichnende Klimaerwärmung stehen wir gerade am Anfang einer Entwicklung die sehr tiefgreifend sein wird. Man wird sich in Zukunft fragen, warum man die Zeichen der Zeit nicht schon früher erkannt und alte Denkmuster und Gewohnheiten viel schneller verworfen hat. Der bayrische Wald ist ein riesiges Freiluftlabor, ein Blick in die Zukunft, ein Ängste verbreitendes Ungetüm oder, je nach Blickwinkel, ein wirklich großer Hoffnungsschimmer. Dazu aber später mehr.

Zuerst fahre ich in den nördlichen, jüngeren Teil des Nationalparks. In der Nähe des Falkenstein Gipfels gibt es eine kleine Schlucht. Diese ermöglicht Einblicke wie es in bayrischen Wäldern aussehen könnte, hätte der Mensch die Natur nicht zur Nutzung massiv verändert. Zusammen mit einem Kollegen laufe ich von oben kommend dem kleinen Pfad entlang des Höllbachs. Im weiteren Verlauf fällt dieser Wasserlauf in mehreren Kaskaden die Felsen hinab. Das „Höllbachgespreng“ erweißt sich für mich als absoluten fotografischen Glücksfall.

Hier entstehen Motive vom Wald, wie man ihn sich früher bei der Lektüre alter Märchenbücher vorgestellt hat. Der Boden ist übersät mit felsigem Granit. Überall wachsen Moose und die gelben Knospen der Sumpfdotterblumen setzen frühlingshafte Akzente. Ein Ort, an dem Kobolde und Gnome wohnen „müssen“. Selten habe ich ein so fotogenes Fleckchen Natur erlebt wie hier im Bayernwald. Jahrhunderte alte Fichten recken ihre Wurzeln über Granitblöcke und ihre toten Artgenossen versorgen die kommenden Baumgenerationen in ihrem Verwitterungsprozess mit Nährstoffen. Wir haben Glück, fast den ganzen Tag filtert eine geschlossene Wolkendecke das harte Sonnenlicht und bietet ideale Arbeitsbedingungen.

Wie ein kleiner Junge klettere ich über Wurzeln, erkunde kleine Höhlen, und entdecke auch im Detail immer wieder Neues und Schönes. Durch die zeitlich aufwendige Fotografie vergeht der Tag wie im Flug und man vergisst dabei fast wie winzig dieses wunderbare Kleinod doch ist. Besser hätte der Aufenthalt im Nationalpark nicht beginnen können.

Lebensraum 02.05.2010

Wälder sind neben den Ozeanen die Ökoregionen mit der größten Artenvielfalt auf unserer Erde. Sie sind Schatzkammern des Lebens. Den mit dem Wald verbundenen Kreisläufen verdanken wir Heilung, Nahrung und klares Wasser – die Grundlagen unserer Existenz. Wälder sind für unser Überleben eine Voraussetzung. Wie dumm der Mensch ist, lässt sich an nackten Zahlen einfach darstellen, denn die Entwaldung unseres Planeten geht unvermindert weiter. Zwischen der Jahrtausendwende und dem Jahre 2005 schrumpfte die Waldfläche um mehr als drei Prozent, was einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometer entspricht.

Wer aufmerksam durch den Wald läuft kann auch bei uns in Deutschland feststellen wie viel Leben im Wald tatsächlich verborgen ist. Wobei man sich im Naturwald um vieles leichter tut. Dort ist die Anzahl an Waldbewohnern und Pflanzenarten ungleich höher als im monotonen Forst. Ich habe die Müritz Region nördlich von Berlin erreicht. Dieser Teil Ostdeutschlands ist recht dünn besiedelt und fast komplett frei von Industrieansiedlungen. Was für viele Menschen vor Ort durch den Mangel an Arbeitsplätzen eine Last bedeutet, ist für Naturfreunde eine Freude. Viele Naturschutzgebiete laden zum Erkunden ein. Ich laufe durch einen Buchen- Birkenwald und erreiche eine kleine Senke, in der sich ein mooriger Erlenbruchwald vor mir ausbreitet. Die aus dem Wasser ragenden Schwarzerlen sind mit Moos bewachsen und vermitteln eine wilde ursprüngliche Atmosphäre.

Am Rande des im Frühjahr überfluteten Waldes steht ein Quadratmeter großes  Holzhäuschen in das ich mich für einen ganzen Tag reinzwängen darf. Es ist ein Fotoversteck und deutet direkt auf ein auf einer Wurzel erbautes Kranichnest.  Trotz der Entfernung von knapp zwanzig Metern kann ich zwei etwa Hühnerei große Eier erkennen. Nachdem ich meine Kamera aufgebaut habe verhalte ich mich still und warte bis die Nestherren zurückkehren, nachdem sie durch meine Ankunft kurzzeitig aufgeschreckt wurden. Keine Viertelstunde später sehe ich zwei elegante storchenähnliche Vögel zwischen den Bäumen langsam durchs Wasser staksen. Es sind wirklich schöne Tiere. Kein Wunder, dass sie in vielen Kulturen als „Vögel des Glücks“ bezeichnet werden. Innerhalb der Brutzeit geht das Leben der Kraniche einen sehr gemächlichen Gang.

Ein Elternteil sitzt in der Regel auf dem Nest und verhilft den Eiern durch die Körperwärme zur Entwicklung. Der Partner ist währenddessen auf Futtersuche und durchstreift die umliegenden Wälder nach Nahrung. Dabei habe ich die Zwei den ganzen Tag nicht einmal fliegen sehen. Der Nestwächter ist immer aufmerksam. Während er mein Versteck als Teil der Umgebung akzeptiert hat, zuckt der lange Hals häufig in die Höhe, um auf etwaige Geräusche reagieren zu können. Gegen Mittag fällt es dem Kranich zusehends schwerer und hin und wieder neigt sich der Kopf nach vorn und die Äuglein fallen zu – zumindest für einige Augenblicke.

Auch wenn fast überhaupt nichts passiert, vergehen die zwölf Stunden wie im Flug und als ich das Versteck abends wieder verlasse, habe ich den Lebensraum Wald wieder etwas besser kennengelernt.

Der Frühling hat inzwischen mit all seiner Kraft Einzug gehalten. Der Wald erstrahlt in frischem Grün in allen Nuancen. Ich möchte jedem, der die Wirkung von Natur auch auf unsere Seele und unser Wohlbefinden bewusst erleben möchte, einen Spaziergang durch einen naturnahen Buchenwald empfehlen. Am Besten an einem leicht bewölkten Tag wenn das ausgeglichene Licht das Grün der Blätter besonders leuchten lässt. Ich besuche eine echte Rarität in unserer heutigen Waldrealität – einen Tiefland-Buchenwald. Keine andere Waldform wurde durch Rodung und Umwandlung in Nadelforste stärker dezimiert als diese.

Die „Heiligen Hallen“ sind ein kleines Buchenwaldreservat mit über 300 Jahre alten Bäumen in dem schon über hundert Jahre keine forstliche Nutzung mehr getätigt wird. Man befindet sich hier in einem Naturwald der sich in der dramatischen Phase des natürlichen Zerfalles befindet. Der zu Ende gehende Lebenszyklus wird gleichzeitig durch sichtbare Verjüngung von einem Kreislauf der Erneuerung überschnitten. 300 jährige und ältere Giganten mit Durchmessern von 1,30 Metern und Höhen bis zu 50 Metern erreichen ihre natürliche Altersgrenze. Sie sterben allmählich ab oder können den Stürmen nicht mehr trotzen und werden zu Boden geworfen.

So ist das Kronendach oft durchbrochen und lässt an den sonnigen Stellen Raum für den Buchennachwuchs. Auf diesem Prinzip beruht auch die ökologische Forstwirtschaft. Mit dem „Schirmschlag“ verfahren wird der natürliche Kreislauf des Lebens simuliert, indem man partiell große Buchen entfernt um Raum und Sonneneinstrahlung für den Nachwuchs zu schaffen. Auf die sogenannte „Clearcut“ Methode, wie ich sie in Kanada, in Skandinavien aber auch in kleineren Dimensionen in unseren Forsten allzu oft gesehen habe, wird verzichtet. Das komplette Abholzen eines gleichaltrigen Forstes ist reine industrielle Holzproduktion und hat mit Natur nichts zu tun. Nutzwälder, die weitestgehenst naturbelassen wachsen, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und versorgen uns Menschen mit dem wunderbaren Rohstoff Holz. In der ökologischen Forstwirtschaft werden auch einige Bäume bewusst ungenutzt ihrem natürlichen Ende überlassen was vielen Tierarten (z.B. Spechte, Eulen, Fledermäuse und Insekten) geeignete Nist- und Zufluchtsstätten bietet.

Die „Heiligen Hallen“ sind ein wunderbarer Ort um das Prinzip des „Werdens und Vergehens“ auf eindrucksvolle Weise zu erfahren. Wie schade, dass wir Menschen „echtem Wald“ bisher so wenig Raum gegeben haben.

Deutschlandreise 28.04.2010

Auf der Reise durch meine Heimat komme ich in den hessischen Kellerwald. Heute ist der vornehmlich aus Buchen bestehende Naturraum ein Nationalpark. Bezeichnend für unseren Umgang mit dem Naturerbe ist die Tatsache, dass es fast 18 Jahre gedauert hat um alle Widerstände zu überwinden und ein Gebiet von lächerlichen 6000 Hektar aus der Nutzung zu nehmen.

Damals war es nicht zuletzt das Eingreifen von Greenpeace das den entscheidenden Pusch in Richtung Naturschutz gegeben hat. Insbesondere der unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen Greenpeacer hat geholfen Ängste in der Bevölkerung abzubauen und die Weltuntergangsszenarien der Nationalparks Gegner zu entkräften. In diesem Zusammenhang muss man ganz klar die Aktionen der Greenpeace Gruppe Marburg würdigen, die ähnlich wie bei der „Road to Copenhagen“ mit den Meerjungfrauen (wie hier im Blog beschrieben) als Aktionstools über tausend Laubsägezwerge gebastelt haben. Diese wurden zum Symbol der Kampagne und sind Teil dieser Erfolgsgeschichte. Mich interessieren bei meinem Besuch im Kellerwald zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht die typischen Buchenwälder sondern eine Besonderheit, die es so in dieser Form eigentlich nicht mehr gibt. Ich wandere etwas außerhalb des Nationalparks auf einem Höhenzug zur Halbinsel Scheid. Unter mir sehe ich die aufgestauten Wasser des Edersees der den Park im Norden begrenzt. Auf einer Länge von einem Kilometer passiere ich den einzigartigen Eichenwald der „Kahlen Haardt“.

Mehrhundertjährige Eichen haben sich hier in bizarren Wuchsformen in den nackten Felsen gekrallt. Aufgrund der Unzugänglichkeit des Steilhanges hat niemals ein Mensch eine Axt an diesen Bäumen angesetzt. Durch die Südhanglage hat sich eine besondere, sehr wärmeliebende Vegetation entwickelt, deren Baumschicht sich in erster Linie aus Traubeneichen zusammensetzt. Sie sind ein vegetationsgeschichtliches Relikt und Zeuge einer Zeit, als Mitteleuropa noch großflächig von Eichenwäldern beherrscht war (bis ca. 3000 v.Chr). Im Zuge der nachfolgenden Klimaabkühlung gelangte schließlich die Buche zur Dominanz. Eichenwälder konnten sich nur in kleinen Flächen an besonderen Standorten mit warmen Mikroklima halten. Wie hier am Hang wo sich der Boden im Sommer sehr stark erwärmt.

Es ist schwer zu glauben, dass viele der Bäume älter als 500 Jahre sein sollen, denn ihr niedriger und oft verdrehter Wuchs lässt das wahre Alter nur erahnen. Während die umstehenden Buchen und Elsbeeren schon grüne Blätter austreiben, stehen die Eichen noch kahl im Hang. Sie strahlen gespenstische Schönheit aus und ermöglichen es mir faszinierende Bilder zu schießen.

Die Reise führt mich in die Sächsische Schweiz östlich von Dresden. Hier befindet sich eine wunderschöne Erosionslandschaft, von der ich mir Fotos erhoffe die geschlossene Waldlandschaften zeigen ohne Zeichen von menschlichem Einfluss. Es ist nämlich gar nicht so leicht in Deutschland Ansichten zu finden, die einen unberührten Naturraum zeigen, der nicht irgendwo durch eine Straße, einen Strommasten oder Ähnliches durchschnitten ist. Die Sandsteinfelsen im Nationalpark sind wirklich wunderschön und laden zum Klettern und Träumen ein. Die pitoreske Schönheit der Natur hat die Menschen schon früh in ihren Bann gezogen.

So ist die berühmte Brücke, welche die Steintürme der Bastei miteinander verbindet, das erste Bauwerk das ausschließlich zur touristischen Nutzung errichtet wurde. Ich erreiche das Gebiet in der Nacht um Ein Uhr und laufe die Route der Aussichtsplattformen im Schein des fast vollen Mondes ab um mir ein Bild der Lage zu machen. In der Dunkelheit erscheint die Landschaft noch märchenhafter. Störend wirken nur die Güterzüge, deren lautes Dröhnen vom Fuße des nahen Elbtales wie ein Echo nach oben dringt. Scheinbar die ganze Nacht ist der Warenfluss zwischen Deutschland und der tschechischen Republik in Bewegung. Die Grenze verläuft direkt am Fuße der Bastei. Den Bergen zugewandt, ist die Natur auch auf der tschechischen Seite in Form des Nationalparks Böhmische Schweiz geschützt. Pünktlich zum Sonnenaufgang sitze ich auf einem der Felsen und richte meinen Blick auf die Schluchtwälder der steil abfallenden Sandsteinformationen.

Durch ihre Unzugänglichkeit sind diese Bereiche des Nationalparks besonders naturnah und mit einer Vielzahl verschiedener Baumarten bewachsen. Im zentralen Teil des Nationalparks finde ich die ersehnten Ausblicke über geschlossene Waldlandschaften. Doch sind diese Wälder, nach jahrhundertelanger forstwirtschaftlicher Nutzung, weit davon entfernt urwaldähnliche Strukturen aufzuweisen. So dominiert auch hier die zur Holzerzeugung angepflanzte Fichte. Auf meiner Wanderung zum Sandsteinfelsen „Winterstein“, der einen wunderschönen Panoramaausblick auf alle Bereiche des Nationalparks verspricht, passiere ich immer wieder Bereiche in denen Holz eingeschlagen wird. Dies mag auf den ersten Blick erstaunen, denn in einem Nationalpark dürfen in der Regel keine Eingriffe an der Natur stattfinden. In diesem Fall wird versucht, die Sünden der Vergangenheit zu reparieren. Durch anhaltende Luftverschmutzung und das deutlich erwärmte Klima sind viele der ortsfremden Fichten geschädigt. Borkenkäfer haben die kranken Bäume befallen und durch Fraßgänge unter der Rinde die Fichte zum Absterben gebracht. Um eine Massenausbreitung des Käfers zu verhindern werden die toten Bäume entfernt um so gleichzeitig heimischen Baumarten wie Buche, Eiche, Weißtanne und Kiefer bessere Wuchsbedingungen zu bieten. Dieser Umbau steht weiten Teilen der deutschen Forstwälder bevor, denn der Klimawandel hat gerade erst begonnen. So wird es allerhöchste Zeit, dass wir auf eine völlig verfehlte, nur auf Gewinnmaximierung orientierte Forstpolitik reagieren, wenn wir unsere Wälder auch in einer veränderten Zukunft erhalten wollen.

Nichts desto Trotz ist dieser Teil unseres Landes einer der Schönsten die ich bisher besucht habe. Hierher komme ich garantiert zurück. Doch jetzt habe ich erstmal ein Date mit einem sehr fotogenen Vogel.

Bei den „Tausendjährigen“ 22.04.2010

Schon von der Straße aus erkennt man, dass dieser Wald anders ist. Große verstreut stehende knorrige Baumgestalten, meist Alteichen, ragen in den Himmel. Jeder Baum scheint ein Kunstwerk der Schöpfung. Ich bin im Urwald „Sababurg“ nördlich von Kassel. Es ist ein fantastischer Spaziergang durch eine Welt, die dem Märchenwald der Gebrüder Grimm wohl erstaunlich nahe kommt. So mag es in weiten Teilen Deutschlands einmal ausgesehen haben. Ich bin begeistert von der Kraft die diese alten Patriarchen ausstrahlen.

Diese Giganten sind eng mit der Welt der germanischen Mythen verbunden und durch ihre Formen auch zum Ideal des „deutschen Waldes“ verklärt worden, was in der Landschaftsmalerei der Romantik zum Ausdruck kam. Dabei sind es genau diese Bäume die, abgesehen von ihrem Alter, kaum etwas mit echtem Urwald zu tun haben. Sind sie doch museale Überreste einer alten Waldnutzungsform, die vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die Landschaften des Landes prägten. Der sogenannte Hutewald wurde gezielt mit Stieleichen gepflanzt, um dann Haustierherden der Bauern unter den Bäumen zu weiden.

Erst als die Hutewirtschaft abnahm und die Flächen mit Fichten und Kiefern aufgeforstet worden sind änderte sich das Bild des Waldes in Deutschland maßgeblich dem heutigen Erscheinungsbild an. Die „Zeitreise“ hier in Nordhessen ist möglich, weil auch die damaligen Landesherren der morbiden Ästhetik der Baumriesen erlagen und den „Sababurg“ Wald schon vor hundertfünfzig Jahren unter Schutz stellten.

So waren meine damaligen Kollegen, die „Maler“, wohl unfreiwillig die Ersten, die mit ihrer Kunst die Politik zum „Naturschutz“ animiert haben. Nichts Anderes versuche ich heute in der modernen Welt mit meinen Fotos zu erreichen. Meine Reise in den Frühling und zu den letzten Fleckchen naturnahen Waldes führt mich am kommenden Tag weit bis ins norddeutsche Tiefland in Niedersachsen. Am Wanderparkplatz steige ich auf mein Fahrrad und erkunde den „Hasbruch“, ein 630 ha großes Naturschutzgebiet in dem sich auf einigen Hektar urwaldartige Strukturen erhalten haben. Wegen der Feuchtigkeit findet man hier Eichen und Hainbuchenbestände, die gefördert durch Entwässerungsmaßnahmen, immer weiter von der Buche verdrängt werden. Gespenstisch verkrüppelte Gestalten sind vor allem die alten Hainbuchen. Diese sind aber kein Indikator für Naturnähe. Im Gegenteil, die Bäume wurden einst zur Futtergewinnung immer wieder geköpft was zu den teils skurrilen  Auswüchsen führte. Von solchen Beispielen leiten sich bis heute falsche Vorstellungen vom „wilden Wald“ ab.

Je unregelmäßiger ein Baumkörper entwickelt ist, desto geringer ist sein Holznutzwert, desto „uriger“ wird er von Laien empfunden. Dabei sind Bäume die unter Urwaldbedingungen aufwachsen, aus hochragenden, säulenförmigen Schäften geformt, die über eine vergleichsweise kleine und hoch angesetzte Krone verfügen. Zugegebenermaßen sind die „verkrüppelten“ Bäume deutlich fotogener. Auch hier findet man vereinzelte Huteeichen, die im 19 Jahrhundert aus „Pietät und ästhetischen Gründen“ unter Schutz gestellt wurden. Das Tagesende verbringe ich am Fuße der „Friederikeneiche“. Man sagt, dass dieser mächtige Baum 1200 Jahre alt sei. Beweisen lässt sich das nicht, da Eichen über 800 Jahre in der Regel stets hohl sind. Eine Jahrringzählung ist dadurch unmöglich. Um den Baum stabil zu halten wurde sein Hohlraum mit Beton ausgegossen, was aber nicht verhindern konnte, dass schon zwei mächtige Arme unter ihrem Eigengewicht abgebrochen sind. Trotzdem strahlt dieser in der Endphase seines Lebens befindliche Riese eine ungeheure Kraft und Atmosphäre aus. Was mag sich im Laufe der Jahrhunderte schon zu seinen Wurzeln ereignet haben? Die letzte große Krise erlebte der Baum in den Kriegsjahren um 1945 als die Hälfte des damals ausgewiesenen Naturwaldreservates der Not der Menschen als Brennholz zum Opfer viel.

Als ich am nächsten Morgen um kurz vor sechs Uhr aus meinem Schlafsack krieche ist die Scheibe des Autos mit Eis bedeckt. Es kostet etwas Überwindung die müden Knochen aufs Fahrrad zu schwingen und in den viel zu kalten Tagesanbruch zu radeln. Soll das Frühling sein? Bereuen tue ich es natürlich, wie so oft, nicht. Ist der innere Schweinehund erst überwunden und die Muskeln warm, beschenkt mich die Natur mit wunderschönen Impressionen.

Vereinzelte Lichtstrahlen der tief stehenden Sonne dringen durch das Gehölz und werfen warme Farbflecken auf die Bäume. Ein Konzert aus unzähligen Vogelstimmen begleitet meinen Ausflug, dessen Virtuosität nur vom permanenten Grundgeräusch vorbeifahrender Fahrzeuge der nahen Autobahn gestört wird. Dies ist der einzige Indikator einer der Natur weitestgehend entfremdeten Gesellschaft, während ich im weitläufigen Hain dreier alter Eichen stehe und die Schönheit der Schöpfung mal wieder in vollen Zügen genieße.

Frühling – erwache!

Es war ein langer Winter. Weiße Schneelandschaften bis ins flache Land weckten in mir Kindheitserinnerungen an die kalte Jahreszeit in der wochenlanger Tiefschnee noch selbstverständlich war. Dummköpfe und Ignoranten nehmen diese natürliche Schwankung im lokalen Klima als Indiz dafür, dass es mit dem Klimawandel nun doch nicht so schlimm sein kann. Die Menschen beginnen sich wieder in gewohnter Vogel-Strauß-Manier von den Problemen abzuwenden. Die Klimakritiker haben momentan eindeutig die Oberhand. Vergessen wird dabei, dass es global gesehen einer der wärmsten Winter war, der jemals gemessen wurde. Gute zwei Wochen ist der Frühling in Verzug.

Zeit, die mir eindeutig fehlen wird, denn die heißen Tage werden nicht lange auf sich warten lassen. Dann ist es schnell vorbei mit zartem Grün und Frühlingsblüte. Ich starte meine Tour durch Deutschland zu einer Zeit in der die Knospen in den Flusstälern zu sprießen beginnen. Die Waldböden sind mit Frühblühern wie Buschwindröschen überzogen und die wilden Kirschen stehen in voller Blüte. Meine erste Station ist die Rhön. Ich wandere auf einen ehemaligen Vulkankegel, den „Löserhag“. Sein Gipfelbereich ist überzogen von einem Blockschuttwald, der seit einigen Jahrzehnten als Naturwaldreservat aus der Nutzung genommen wurde. Das Bundesland Bayern hat insgesamt 149 solcher „Urwälder von Morgen“ ausgewiesen. Was sich durchaus stattlich anhört, wird durch die tatsächliche Fläche sehr schnell relativiert. Gerade mal 6124 Hektar sind es, in der sich der Wald selbst überlassen bleibt. Der „Löserhag“ dehnt sich über mickrige 68 Hektar. Mein Weg führt mich vorwiegend durch Buchenwälder. Erst im oberen Bereich zwischen den Basaltklötzen des Vulkanes herrschen die Esche, die Bergulme und das Bergahorn. Solche Gesellschaften mit schwierigen Standortverhältnissen bezeichnet man als Edellaubbaum-Wälder.

Je höher ich komme desto weniger spüre ich den Frühling. Der Wind der mir scharf ins Gesicht bläst trägt vereinzelte Schneeflocken mit sich. An einer dreihundertjährigen verkrüppelten Hutebuche mache ich Rast. Hier begegne ich den Profitären des harten Winters.

Unter der dichten Schneedecke konnten sich die Mäuse, geschützt vor ihren Fressfeinden, ungehindert vermehren. Die starke Buchenmast des vergangenen Jahres sorgt zudem für prall gefüllte Speisekammern der kleinen Nager. Innerhalb weniger Minuten sehe ich ein halbes Dutzend Rötelmäuse zwischen den Wurzeln des alten Baumes hin- und herhuschen. Die Eulen werden in den kommenden Monaten ebenfalls keinen Hunger leiden.

Zwischen den Brauntönen der am Boden vermodernden Blätter sticht der grüne Keimling der Buche hervor. Hunderte der kleinen Pflänzchen beginnen ihr langsames Wachstum hin zum stattlichen Baumriesen. Nur den Allerwenigsten wird es gelingen. Auf dem Gipfel sitze ich auf einem Berg aus Gesteinsbrocken, den die Kelten als Fluchtburg aufgeschüttet haben. Trotz dieses frühen menschlichen Einflusses ist hier oben der Urwaldeindruck allgegenwärtig. Der Boden ist mit Totholz übersät, der Wald lebt seinen vollen Zyklus. Farbtupfer setzen nur die am alten Holz und auf den Basaltblöcken wachsenden Moose.

Noch herrscht hier oben das vorfrühlingshafte Grau.

Wintertraum am Hexenberg 27.01.2010

In den Sagen und Mythen unserer Kultur ist der Blocksberg im Harz der Versammlungsort von Hexen. Heute nennt man ihn einfach Brocken. Er ist 1100 Meter hoch und ist die größte Erhebung im Mittelgebirge des Harzes. Zu allen Seiten breitet sich norddeutsches Flachland aus. Für Fotografen ist der Berg ideal. Sowohl morgens als auch abends wird der Berghang wegen seiner Alleinstellung von den ersten und letzten Sonnenstrahlen erfasst, was besonders im Winter zu grandiosen Farbenspielen führen kann. Wir erleben im Moment einen erstaunlich strengen Winter. Wochenlanger Dauerfrost und ausgedehnte Schneefälle habe ich in dieser Intensität schon seit vielen Jahren nicht mehr wahrgenommen.

Harz  264

Mein Besuch im Nationalpark Harz fiel dann auch ganz bewusst auf einen Tag an dem kaltes aber sonniges Wetter prognostiziert wurde. Gutes Licht ist in der Fotografie immer Voraussetzung für tolle Ergebnisse. Bei Winterlandschaften gilt das umso mehr. Verschneite Bäume vor wolkenverhangenem Himmel ergeben eine graue Soße, die meist langweilig wirkt. Mittags um zwölf bin ich im kleinen Kurort Schierke losmarschiert und erst spät in der Nacht, ausgepowert aber völlig begeistert ob der schönen Eindrücke, zurückgekommen. Mein erstes Ziel im Nationalpark ist der Urwaldsteig. Dies ist ein Holzsteg, der für Besucher in den Teil des Waldes gebaut wurde, der die lange Ausbeutung durch Bergbau und die damit verbundene Holznutzung überstanden hat. Jahrhunderte alte säulenstämmige Fichten stehen, wie im Naturwald üblich, in lichter Dichte unterhalb des Brockengipfels. Der Wald ist durch Nebel, Wind, Schnee und Kälte überzogen mit Raureif und Eis.

Harz  269

So schön habe ich Bäume noch nie im Winterkleid gesehen. Einzelne Lichtstrahlen treffen bis zum Boden und schaffen im Unterholz spannende Kontraste. Die alten Bäume haben die Kraft den Belastungen von Stürmen, Schnee und Eisanhang zu trotzen. Ortsfremde, oft aus Flachlandherkünften angepflanzte Wirtschaftsforste, knicken hingegen bei Wetterextremen ein wie Zahnstocher. Dies kann man in Teilen des Harzes eindrucksvoll beobachten. Dort wo der z.B. Orkan Kyrill schwere Schäden anrichtete hat  der Borkenkäfer leichtes Spiel die angeschlagenen Wälder gänzlich zu zerstören. Ich habe bisher noch nie davon gehört, dass dieser kleine Räuber in gesunden Naturwäldern großflächig Bäume abtöten konnte. Vom Urwaldsteig steige ich die restlichen vier Kilometer auf den Brocken. Zu Zeiten der deutschen Teilung war der Gipfel militärisches Sperrgebiet. Heute freuen sich jedes Jahr hunderttausende Touristen an den schönen Ausblicken und die Natur hat auf der Fläche des Nationalparks ihre Ruhe vor wirtschaftlicher Ausbeutung und militärischer Strategie.

Harz  266

Ich warte gespannt auf die Minuten zwischen Sonnenuntergang und Nachtschwärze. Im Minutentakt ändern sich die Farbnuancen, die die verschwindende Sonne über die verkrüppelten Gipfelfichten schüttet. Wie Gnome stehen die vom Wind in eine verkrustete Eisschicht gehüllten Bäume bis zur Baumgrenze.

Harz  267

Nur die obersten Meter am Gipfel sind außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes. In der Dunkelheit beginne ich meinen Abstieg. Doch von Dunkelheit kann eigentlich keine Rede sein. Das Mondlicht taucht die Welt in eine fahle aber gleichzeitig aufregende Atmosphäre. Wieder bin ich absolut alleine. Ich genieße dieses Gefühl der Abgeschiedenheit, das Eintauchen in eine wilde Landschaft. Alles wirkt so friedlich und intakt. Beim Urwaldstieg verweile ich besonders lange.

Harz  268

Mit Hilfe von langen Belichtungszeiten und der weichen Sanftheit des Mondlichts banne ich die vereisten Bäume als wahren Märchenwald auf meinen Fotochip. Nur nach Hexen, die auf ihren Besen über den klaren Sternenhimmel sausen, habe ich vergeblich Ausschau gehalten.

Zwanzig Jahre Mauerfall und ein Bollerwagen in Berlin 09.11.2009

Wie die Zeit vergeht. Zum vierten Mal besuche ich die Karawane nach Kopenhagen. Unsere unermüdlichen ehrenamtlichen Klimaaktivisten sind an einem Spätsommertag in Konstanz am Bodensee losmarschiert und heute am Tag des zwanzigsten Jubiläums des Mauerfalls in der Hauptstadt Berlin angekommen.

Road to Copenhagen - Berlin  3806

Der Weg zur Klimakonferenz am 6. Dezember in Kopenhagen wird immer kürzer. Der vierhundert Kilo schwere Leiterwagen sieht inzwischen etwas angeschimmelt aus, ist aber ansonsten in erstaunlich gutem Zustand. Ebenso die Stimmung in der Gruppe. Laufen ist zum Normalzustand geworden. Der Körper ist trainiert, der Wille gefestigt. Die Reise könnte wohl über Kopenhagen hinaus einfach weitergehen. Neben den Feierlichkeiten zum Tage der Freiheit, herrscht auch im politischen Berlin Hochbetrieb. Kanzlerin Merkel steht kurz vor ihrer Regierungserklärung und sämtliche Fraktionen halten ihre Sitzungen ab. Heute zahlt sich der Einsatz aus mit dem unsere Läufer um Achim, Merle, Julian und Sarah auf dem Weg in den Norden Kontakte zu lokalen Politikern gesammelt haben. Dadurch ist ein Treffen mit der grünen Parteispitze entstanden und ein Gespräch mit der gesamten Fraktion der Linkspartei. Zwar „nur“ die Opposition, aber immerhin! Ich treffe die Gruppe vor dem Greenpeace-Büro in der Chausseestraße im Zentrum von Berlin. Zum Zentrum der Macht sind es nur wenige Kilometer. Wir überqueren die Spree und kommen in Sichtweise des Kanzleramtes. Ab hier wird es spannend, denn um den Reichstag befindet sich eine Bannmeile, die jede Art von Demonstration verbietet.

Road to Copenhagen - Berlin  3797

Das Bild mit Merkels Arbeitsplatz und der Gruppe um den Leiterwagen gelingt. Doch kaum kommen wir in Sichtweite des Bundestages sind wir plötzlich von mindestens vier wild gestikulierenden Polizisten umgeben. Unsere Gruppe besteht aus mehr als drei Personen und wir haben in Form des Banners auf dem Bollerwagen auch eine Aussage. Mit unserem bloßen Dasein verstoßen wir gegen das Versammlungsverbot innerhalb der Sperrzone. Da wir aber die Einladungen der Fraktionen vorweisen können, sehen die Beamten von einer Anzeige ab und es bleibt bei einer mündlichen Verwarnung. Für den Bollerwagen ist aber an dieser Stelle Schluss. Alle aus der Gruppe die eine Einladung zum Politikerbesuch besitzen werden unter Polizeibegleitung zu unserem Treffpunkt geführt. Es geht um den Reichstag herum zu einem der großen Gebäude in denen sich die Büros der Abgeordneten und deren Zuarbeiter befinden. Tausende Berliner und Touristen bestaunen hier die handbemalten Dominosteine, die anlässlich des geschichtsträchtigen Ereignisses der Wiedervereinigung ums Brandenburger Tor und den Reichstag aufgestellt wurden.

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Später am Abend werden sie dann symbolträchtig umgestoßen. Mit Besucherausweisen bestückt führt uns dann ein Mitarbeiter der grünen Partei durch die Hallen und Gänge des politischen Berlins. Ich muss zugeben, das hat mich schwer beeindruckt. Über einen unterirdischen Gang gelangen wir in den Reichstag. Ein Aufzug bringt uns dann auf das Stockwerk wo die Fraktionen der einzelnen Parteien tagen.

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Wir befinden uns genau über dem Bundestag und auf der Ebene unterhalb der Glaskuppel von dem aus die Besucher in den Plenarsaal schauen können. Unser Termin mit Trittin, Beck und Künast findet kurz vor dem Beginn der Fraktionssitzung statt. Während wir auf die „Stars“ der Ökopartei warten läuft so manch bekanntes Gesicht an uns vorbei. Für kurze Zeit sind unsere tapferen Klimakämpfer von Mikrophonen und Kameras umgeben. Der Informationsaustausch findet dann so ein bisschen zwischen Tür und Angel statt. Lächelnd und anerkennend nickend, lauschen die drei Politiker der Unternehmung „Road to Copenhagen“.

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Für ein Gruppenfoto wird die Zeit dann fast schon wieder zu knapp. Ich hatte gerade ein störendes Mikro aus dem Bildkreis geschoben und schon waren die Drei wieder weg. Etwas ausführlicher wird unser Besuch bei der Linkspartei. Hier sind wir von der Umweltpolitischen Sprecherin als erster Programmpunkt in die Fraktionssitzung eingeladen worden.

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Achim und Sarah haben sogar einen Platz zwischen Herrn Gysi und Frau Pau zugewiesen bekommen. Mit Namensschild wohlgemerkt. Erinnern sie sich noch an die tausend handbemalten Meerjungfrauen aus dem ersten Teil meiner Berichterstattung in Konstanz? Vierundsiebzig davon haben wir mitgebracht. Jeder Abgeordnete der Linken hat eines dieser von Kinderhand gebastelten Symbole der Stadt Kopenhagen auf seinem Tisch gestellt bekommen. Herr Gysi hat die Sitzung offiziell eröffnet und dann das Wort an Achim und Sarah übergeben, die ihre zehn Minuten wirklich souverän genutzt haben.

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Leidenschaftlich haben sie über ihr Projekt und ihre Erwartungen an die Politik referiert und aus meiner Sicht einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Wenn das mal auch bei den Regierungsparteien möglich gewesen wäre. Im Anschluss an die Termine haben uns dann noch zwei Umweltreferenten der Linkspartei eine private Führung durch die Gebäude ermöglicht. Abseits der Besucherrouten konnten wir für kurze Zeit ein wenig politische Alltagsluft schnuppern und die zahlreichen Kunstgegenstände, Ausstellungen und Zeitzeugen dieses historischen Gebäudes bestaunen. Besonders interessant fand ich die Graffitis russischer Soldaten, die man bei der Renovierung des Reichstages freigelegt und auch erhalten hat. Das ist ein schönes Zeichen der Toleranz hier im Zentrum der deutschen Politikmacht. Frau Merkel hat sich bisher nicht persönlich zu den zehntausend Briefen geäußert, die von unserer Gruppe in der Bevölkerung gesammelt wurden. In ihnen wird sie aufgefordert, persönlich nach Kopenhagen zu reisen um mit ihrem politischen Gewicht der wohl wichtigsten Konferenz in der Menschheitsgeschichte zu einem passablen Ergebnis zu verhelfen. Immerhin hat sie im Zuge ihrer Regierungserklärung erklärt, genau dies tun zu wollen. Ob zu dieser Entscheidung auch unsere Aktionen eine kleine Rolle gespielt haben, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Tatsache ist, das es sich immer lohnt für das was man glaubt, auch einzustehen.

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Das Treffen der Gruppe mit Sigmar Gabriel, dem neuen Parteichef der SPD, werde ich leider nicht mehr erleben, weil mich mein Zeitplan weitertreibt. In Kopenhagen sehe ich die Gruppe hoffentlich gesund und munter wieder. In der Zwischenzeit reise ich nach Finnland, um dort für den neuen Vortrag zu fotografieren. Mit den letzten Vortragsabenden werde ich außerdem meine fast dreijährige Tournee zum „Planet der Wälder“ nach 250 durchgeführten Aufführungen beenden. Die kommenden Wochen werden nicht langweilig.

Wenn die Panzer schweigen….. 20.10.2009

Die Geschichte des Nationalpark Hainich hat eine positive Kraft die Vorbildcharakter für andere Projekte dieser Art haben kann. Zu Zeiten des Eisernen Vorhangsballerten hier die Panzer der Russen und der Nationalen Volksarmee der DDR abwechselnd ihre Übungsgeschosse in die Landschaft. Ironischerweise können sich in den Randzonen militärischer Sonderzonen vielfältige Biotope bilden oder bleiben erhalten, weil eine sonstige Nutzung der Natur weitestgehenst ausbleibt.

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Die ökologische Besonderheit der Region wurde schnell erkannt, als nach der Wiedervereinigung unseres Landes die Volksarmee Geschichte war, und die Russen wieder in Russland ihre Geschosse in die eigene Landschaft knallten. Im Westen Thüringens nahe Bad Langensalza und Eisenach gelegen ist der Hainich auf seinen 16.000 Hektar von Verkehrswegen fast gänzlich unberührt. Er ist eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete in Mitteleuropa. Doch die Idee aus dem Hainich einen Nationalpark zu machen stieß am Anfang nicht überall auf Wohlwollen. Die Angst und Skepsis unter Anwohnern, Waldbesitzern und in der Bevölkerung war groß. Es dauerte einige Jahre bis es gelang den südlichen Teil des Hainich mit 7500 Hektar aus der Nutzung zu nehmen und sich wieder selbst zu überlassen. Der restliche Teil des Gebietes wird wie schon in der Vergangenheit als Plenterwald naturnah bewirtschaftet. Man achtet darauf, dass verschiedene Generationen unterschiedlicher Baumarten einen ökologisch gesunden Zustand des Waldes garantieren. Nur vereinzelt werden Bäume eingeschlagen. Ein Modell, das nicht den maximalen Gewinn einer reinen Baumplantage bringt, aber stabile Wälder garantiert. Diese sind auch in der Lage den Folgen des Klimawandels besser zu trotzen als z. B. reine Fichtenmonokulturen.  Heuer ist der Nationalpark 10 Jahre alt geworden und erzählt eine tolle Erfolgsgeschichte. Hunderttausende Besucher kommen in die Region, unter anderem auch wegen des eingerichteten Baumkronenpfades. Hier können die Naturfreunde auf Baumwipfelhöhe den Wald aus einer ungewohnten Perspektive kennenlernen. Infotafeln bieten dem Besucher Aufklärung über die Wichtigkeit von naturnahen Wäldern für die Artenvielfalt und das Klima. Gewonnen hat eigentlich jeder. Dort wo noch vor wenigen Jahren Kugeln knallten entwickeln sich heute seltene Tier- und Pflanzenarten, die in umliegenden stark genutzten Landwirtschaftlichen Flächen keine Überlebenschance haben. Darüber hinaus ist der gesamte Hainich bei der Europäischen Union als FFH Gebiet gemeldet (Flora & Fauna Habitatsrichtlinie). Mit dem europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ wird so versucht, den immer weiter fortschreitenden Artenschwund durch Zerstörung der Lebensräume zu stoppen. Ich bin aus zweierlei Gründen in den Hainich gereist. Als „Urwald von Morgen“ ist er natürlich Bestandteil meines Waldprojektes, das momentan am entstehen ist. Außerdem treffe ich zum dritten Mal alte Bekannte wieder.

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Die „Road to Copenhagen“ führt direkt durch den Hainich Nationalpark. Vor über sechs Wochen sind Merle, Achim, Sarah und Julian in Konstanz am Bodensee losgelaufen. Das Ziel ist die Klimakonferenz in Kopenhagen Anfang Dezember. Die Botschaft ist klar: „Klimaschutz ohne wenn und aber“. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Es ist inzwischen erwiesen, dass die Erderwärmung immer schneller voranschreitet. Diese hat verheerende Folgen für zukünftige Generationen. Über 1000 lange Kilometer haben sie bisher ihren 400 kg schweren Bollerwagen durch die Lande gezogen. Weder platte Reifen, Achsenbrüche, durchgelaufene Schuhe, Dauerregen, starke Steigungen noch Gegenwind konnten sie von ihrem Weg abbringen. Ich treffe die Gruppe leicht erschöpft aber in mental intakten Zustand am Baumkronenpfad im Nationalpark, auf dem wir gemeinsam die Schönheit der leider farblosen (sprich: grünen) Herbstblätter bestaunen.

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Tausende von Briefen besorgter Bürger an die Bundeskanzlerin haben sie bisher gesammelt und weggeschickt. Frau Merkel wird darin aufgefordert, persönlich nach Kopenhagen zu reisen und ihrem selbst formulierten Anspruch als Klimakanzlerin (von dem leider inzwischen nichts mehr zu spüren ist) gerecht zu werden. Geantwortet hat sie bisher freilich nicht. Ist ja klar, denn sie ist mit ihrem neuen Koalitionspartner Westerwelle beschäftigt, ein zukunftsfähiges Regierungsprogramm auszuarbeiten. Das kostet alle Intelligenz, Kraft und Voraussicht zu dem die Damen und Herren fähig sind. Steuerentlastungen in Zeiten höchster Staatsverschuldung und verlängerte Laufzeiten überalteter Atomkraftwerke sind geradezu prophetische Glanztaten in eine nachhaltige Zukunft. Kommende Generationen werden es der neuen schwarz-gelben Regierung danken.

In einigen Wochen, wenn unsere unermüdlichen Wanderer in Berlin ankommen, um dort an den Reichstag zu klopfen werde ich die Gruppe hoffentlich gesund und munter wieder sehen.

Im Land der lustigen Schilder 28.09.2009

Schon nach drei Kilometern steht mir der Schweiß auf der Stirn. Es ist ein wunderschöner Spätsommertag, von herbstlichen Temperaturen ist kaum was zu spüren. Es ist nur ein kleines Stückchen Weg, den ich hier mithelfe den Bollerwagen zu ziehen und schon nach der ersten Steigung steigt auch meine Achtung vor der Leistung dieser Gruppe in den Himmel.

Steigerwald  125

Wir durchqueren den östlichen Steigerwald, jenes Gebiet, das vor einigen Jahren als zukünftiger Nationalpark ins Gespräch gebracht worden ist. Seitdem gibt es auch eine massive Widerstandsgruppe, die sich diesen Plänen entgegen stellt, als ginge es darum den Aufstieg des Teufels aus der Hölle zu verhindern. Die politischen Vorgaben auf Bundesebene sind eigentlich ganz klar. Im Zuge der europäischen FFH Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat zur Bewahrung der Artenvielfalt) hat sich Deutschland verpflichtet, 5% seiner Wälder aus der Nutzung zu nehmen. Natürliche Kreisläufe werden so wieder zugelassen, Urwälder von morgen können entstehen. Auf einer Liste der in Frage kommenden Gebiete steht der Steigerwald ganz oben. Das hat einen guten Grund. In kaum einem anderen Teil Deutschlands findet man ähnlich großflächige Buchenwälder wie hier zwischen Würzburg und Bamberg im Norden Bayerns. Ohne menschlichen Einfluss wäre Mitteleuropa weitestgehenst von Buchenwäldern bedeckt. Durch die Industrialisierung der Holzwirtschaft erhielten die Förster in weiten Teilen des Kontinents Anweisungen, die heimische Buche gegen die schneller wachsende und somit gewinnbringendere Fichte zu ersetzen. Die meisten der Forstamtsleiter folgten auch brav dieser Vorgabe. Zum Glück nicht Alle. Im fränkischen Steigerwald gab es in den Siebzigerjahren einen Herrn Sperber, der nicht nur den Buchenbestand erhalten, sondern sein Holz auch noch auf sanfte Weise mit Pferden aus den Wäldern holen lies. Naturnaher Waldbau, der heute vielen alternativ arbeitenden Förstern als Vorbild gilt. Während in den meisten Wirtschaftswäldern klimaanfällige Monokulturen entstanden, wurde im Steigerwald ein Wald bewahrt, der seiner ursprünglichen Form zumindest recht nahe kommt. Inzwischen ist Herr Dr. Sperber weit über siebzig Jahre alt und es wäre für ihn die Vollendung eines Lebenstraumes, wenn „sein“ Wald den Status eines Nationalparks bekäme. Eine handvoll Personen ist damit überhaupt nicht einverstanden.

Steigerwald  123

Ihnen ist es leider gelungen mit scharfer Polemik und der gezielten Verbreitung von Halb- und Unwahrheiten soviel Ängste in der Bevölkerung zu verbreiten, dass sich der Prozess zur Umwandlung von Naturpark in Nationalpark festgefahren hat. Während wir unseren Bollerwagen durch die kaum befahrenen Straßen des Waldes ziehen kommen wir immer wieder an den skurrilsten Auswüchsen der Nationalparkgegner vorbei. Das ganze Gebiet ist bestückt mit großflächigen Plakaten, die vor den Gefahren des Nationalparks warnen.

Steigerwald  126

In eindeutiger Tonlage geschrieben, die eigentlich nicht kommentiert werden braucht. Mit großem Spaß ziehen wir mit unserer Karawane an den sich selbst entlarvenden Botschaften vorbei. Ich werde in den Steigerwald zurückkehren um zu verschiedenen Jahreszeiten meine Fotos zu machen. Ich bin gespannt wie die Entwicklung dieses Themas weitergehen wird. Zusammen mit den Kopenhagenläufern bringen wir am Abend noch meinen Vortrag „Planet der Wälder“ in der Haßfurter Stadthalle auf die Leinwand, um in der Region mit interessierten Menschen das Thema Wald zu behandeln.

Steigerwald  122

Mit 140 Besuchern werden unsere Erwartungen sogar übertroffen und wir müssen noch Stühle in den dann wirklich supervollen Raum stellen. Einen Tag nach dem aus unserer Sicht so bedauerlichen Wahlergebnisses vor so vielen Leuten zu Umweltthemen sprechen zu dürfen, hat mir wirklich gut getan und Kraft gegeben, voll motiviert weiterzumachen. Die Gruppe wird morgen weiter nach Norden laufen. Im Nationalpark Hainich werde ich sie hoffentlich bald wiedersehen.
Hier gibt es noch einen schönen Film über die Tour

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