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Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Kategorie: Mongolei

Mongolei: Steppe Teil 2: „Alles etwas intensiver…..“ 26.07.2013

Eigentlich mag ich ungeteerte Straßen ja sehr gerne. Doch auf unserem Kurs entlang der südlichen Landesgrenze der Mongolei durch die Wüstensteppe der Gobi wird diese Sympathie auf eine harte Probe gestellt. Der Weg ist geprägt von Waschbrettpisten die eine ständige Holperei verursachen und meinen durch die vielen Aktivitäten der letzten Monate eh schon strapazierten Rücken praktisch ständig durchschütteln. Unser Fahrer „Bar“ tut das, was Alle machen die hier durchkommen, er sucht nach besseren Fahrspuren. Dies führt zu einer immer weiteren Ausbreitung der Piste, welche an manchen Stellen Schneisen von bis zu einem halben Kilometer breite in die Landschaft schneidet. Kein schöner Anblick in solch einer kargen Vegetation wie hier in der Gobi. In der Tat hat der Grasanteil in der Steppe stark abgenommen. Es ist heißer und das zarte Grün der vereinzelten Büschel wirkt äußerst fragil.

Verkehr herrscht hier so gut wie keiner, die Besiedelung ist mancherorts nicht existent. Was wir dafür immer mal wieder sehen sind LKW´s die wohl Rohmasse aus den umliegenden Minen nach China schaffen. Ich habe gehört, dass es hier die größte Kupfermine der Welt geben soll. Es sind ausländische Firmen die hier investieren. Die Mongolei hat weder die finanziellen noch strukturellen Möglichkeiten dies selbst zu tun. Dieser Rohstoffboom erklärt auch die seltsame Mischung an Kontrasten die ich in meiner kurzen Zeit in der Hauptstadt „Ulan Bator“  beobachtet habe. Ich sah Hotelbauten die auch in Dubai stehen könnten, Pubs für Ausländer im Bergbaugeschäft und Geschäfte mit Luxusmarken. Andererseits ist eine mangelhafte Infrastruktur in der Stadt und eine weit verbreitete Armut deutlich auszumachen. Die riesigen Jurten-Viertel in den Vororten, wo knapp die Hälfte aller Mongolen leben, bilden einen brutalen Kontrast zu dieser neuen Glitzerwelt. Dazu kommt das der Zustrom in die Hauptstadt auch weiterhin nicht versiegen wird, was die Probleme noch verschärft.

 

Wir fahren hinein in den „Gobi-Gurvansaikhan Nationalpark“, einem Schutzgebiet größer als die Schweiz. In dieser Region soll die trotz der rauen Lebensbedingungen zahlreiche Flora und Fauna der Halbwüste geschützt werden. Dass dies gar nicht so einfach ist sehen wir bei „Bayanzag“, die auch „Flaming Cliffs“ genannt werden, der ersten als Touristenattraktion gehandelten Region überhaupt welche wir auf unserer Reise ansteuern. Die Klippen sind eine durch Erosion geprägte Abbruchkante deren, aus weichem lehmartigen Material bestehende Formationen, zum Sonnenauf und Untergang in leuchtendem Rot erstrahlen. Sie könnten auch im mittleren Westen der USA zu Hause sein nur findet man sie dort zumeist in größeren Dimensionen. Wenn man den Blick von der Abbruchkante über die Felsen gleiten lässt hat man eigentlich wunderschöne Ausblicke auf die sich darunter ausbreitende spärlich mit Gras bedeckte Steppe und einen inzwischen rar gewordenen Wald aus kleinen „Saxaulbäumen“.

Ist es nur meine Fotografenästhetik oder ärgert es den normalen Besucher einfach nicht weil es im egal ist? Mir auf jeden Fall geht hier mal wieder einiges gegen den Strich. Wenn ich mich vom Aussichtpunkt einmal um meine eigene Achse drehe so sehe ich insgesamt fünf Touristencamps aus Jurten auf alle Himmelsrichtungen verteilt. Zu jedem dieser Camps führt im besten Falle eine Fahrspur welche weite Bereiche potentieller Motive zerschneidet. Auf den höchsten Punkt der Klippen haben die Einheimischen ihren Souvenirstand gestellt. Es gibt kaum einen Blickwinkel in dem sich nicht irgendeine Plastiktüte in einem der Gräser verfangen hat. Besonders schlimm empfinde ich das Müllaufkommen bei meinem kleinen Ausflug in den „Saxaulwald“. Diese robusten, eher als Büsche wachsenden Gehölzer sind inzwischen in der Gobi rar geworden, da sie häufig als Brennholz genutzt wurden. Ein fataler Eingriff in einem ariden Ökosystem wie diesem hier, wo die Natur so lange braucht um sich zu regenerieren. Dass ein Nationalpark nicht viel Sinn macht, wenn man keine Regeln aufstellt, oder vielmehr wenn es keine Administration gibt welche diese Regeln auch durchsetzt, kann man leider in vielen Schutzgebieten unserer Erde sehen. Dabei wäre es gerade an solch überschaubaren Orten wie den „flammenden Klippen“ sehr einfach eine sinnvolle Besucherlenkung durchzuführen.

Genossen habe ich den Besuch in dem Gebiet, in dem man viele wichtige Dinosaurierfunde gemacht hat, trotzdem. Denn wie zu erwarten bin ich der Einzige der die Klippen wirklich in Flammen stehend erlebt hat. Keiner der Touristen macht sich die Mühe früh aufzustehen um diese schöne Landschaft in ihren wunderbarsten Augenblicken zu erleben. Ich habe am Vorabend einen Standpunkt ausgesucht welcher mir einen guten Bildaufbau für mein Foto ermöglicht.

In der Einsamkeit des Morgens genieße ich dann jeden Moment in denen ein direkt über dem Horizont erscheinender knallroter Sonnenball dem Namen dieser Region wirklich alle Ehre macht und die Klippen für kurze Zeit in Brand zu setzen scheint.

Unser weiterer Weg durch die Gobi führt uns ab und an durch kleine Dörfer. Erstaunlich finde ich, dass sich die Mongolen, sobald sie die Weite der Steppe aufgeben und sich in einer Ansiedlung niederlassen, sich in der Regel hinter einem hohen Bretterverschlag verschanzen. Das ist wirklich der nahtlose Übergang von einem Extrem ins Andere. Jedes Dorf hat eine zentrale Wasserausgabestelle, an der die Leute gegen einen kleinen Betrag ihre Kanister mit dem Lebensspender auffüllen können. Auch wir tun dies alle paar Tage um Wasser zum kochen und haben.

Die größte Attraktion der Gobi sind zweifellos die „Khongoryn Els“, die höchsten  Dünen in der Mongolei. Insgesamt ist die Gobi nur auf drei Prozent ihrer Fläche von Sanddünen bedeckt. Interessant ist auch ihre Ausdehnung. Die Sandberge sind nur wenige Kilometer breit dafür ziehen sie sich auf bis zu hundertfünfzig Kilometer in die Länge. Ich sehe die Sandwellen zum ersten Mal aus der Ferne als wir aus einem kleinen Gebirge kommend auf sie zusteuern. Es sieht schon gewaltig aus, besonders da durch die schmale Ausbreitung sich hinter den Dünen wiederrum andere karge Berge erheben. Steht man direkt vor ihnen ist die Wirkung noch grandioser. Der blaue Himmel über den weiße Schäfchenwolken ziehen bildet einen starken Kontrast zum fast in weiß strahlenden Sand. Am Fuße der Sandberge befindet sich erstaunlicher Weise ein Streifen mit recht üppiger Vegetation. Es ist ein Feuchtgebiet welches durch einen kleinen Fluss gespeist wird. Ein weiterer Kontrapunkt in einer malerischen Landschaft. Diverse Familien siedeln in der Umgebung, deren Herden sich über der Steppe verteilen. Besonders die Kamele mit ihren zwei Höckern wirken hier genau richtig am Platz. Wir erreichen die Dünen gegen spätem Vormittag. Wegen der tollen Wolkenbilder die hier über uns hinwegziehen verzichte ich auf ein Mittagessen und mache mich sofort an den Aufstieg. Sonnenbrille, Hut und eine dicke Schicht Creme auf der Haut sind dafür die Grundvoraussetzung. Der Anstieg ist steil und im wegsackenden Sand auch sehr kräftezehrend. Ich brauche eine knappe Dreiviertelstunde um auf der höchsten Düne zu stehen. Der Wind formt die Dünen so spitz zulaufend, das man sich erst mal eine kleine Fläche ebnen muss um im starken Wind einen sicheren Standpunkt zu finden. Der Anblick ist atemberaubend. Der Dünenkamm verläuft von Westen nach Osten. Im Norden fällt der Blick auf die Ebenen der Halbwüste und im Süden aber weit unter dem Level der hohen Dünenwelle breiten sich weitere Sandgebilde vor mir aus. Dahinter steigt das Land weiter an um den Horizont mit skurril geformten Bergen zu formen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich weit und breit der Einzige der hier oben steht. Ich genieße das sich ständig wechselnde Spiel aus Licht und Schatten. Für die Fotografie um diese Tageszeit ist es wichtig, dass man genau den richtigen Moment abpasst. Fotografiert man die Dünen ohne einen Wolkenschatten, so wirken sie im grellen Sonnenlicht wie eindimensionale Flächen.

Bilden die Wolken im Himmelsteil des Motives eine schöne Formation und werden die Dünen gleichzeitig mit einem Muster aus Hell und Dunkel bedeckt dann können selbst um die Mittagszeit interessante Bilder entstehen.

Nach über einer Stunde mache ich mich wieder an den Abstieg, wohl wissend, dass ich zum Abend wieder hinaufklettern werde. Während ich am Nachmittag im Schatten unseren Kochzeltes sitze, überlege ich die ganze Zeit, wie ich es anstellen kann von dort oben den Sonnenuntergang und den Tagesanbruch zu erleben. Beide Zeiten versprechen außergewöhnliche Lichtsituationen für diese fotogene Landschaft. Ich brauch für das Dämmerlicht auf jeden Fall das Stativ und die fast komplette Objektivpalette. Es hilft nichts, ich komme nicht drumrum dort oben zu übernachten. Ich müsste nach Einbruch der Dunkelheit, weit nach zweiundzwanzig Uhr nach unten marschieren. Das wäre ja noch denkbar und ich wäre gegen elf Uhr im Schlafsack. Doch der Tag beginnt hier sehr früh. Ich traue mir momentan nicht zu, die Kraft aufzubringen schon gegen vier Uhr mit dem Rucksack auf dem Rücken die steile Wand abermals zu erklimmen. Also packe ich einen Liter Wasser in die Fototasche, ein paar Kekse und den Schlafsack obenauf. Gegen Abend sitze ich abermals auf der höchsten Düne. Inzwischen lösen sich, wie zu erwarten, mehr und mehr der Wolken auf. Die Sonne steht tiefer und lässt zwischen den Sandwellen lange Schatten entstehen. Am Horizont erscheint ein fast voller Mond zwischen den verbliebenen Wolkenformationen. Inzwischen sind auch einige Touristengruppen hier hochgestiegen. Diese treten aber kurz nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist den Rückweg nach unten an, und ich bin wieder alleine. Vorerst zumindest. Für mich wird es genau jetzt interessant. Die Zeit, zwischen dem verschwinden der Sonne und der Nachtschwärze schenkt uns ein weiches Licht, welches sich in meiner Bildsprache im Laufe der Jahre zum Hauptwerkzeug entwickelt hat.

Die Farben nehmen die von mir so geschätzten Pastelltöne an und die Schatten haben nicht mehr die Härte um ein Bild zu dominieren. Ich liebe dieses Licht und als ich später die Bilder der Sanddünen auf meinem Computer betrachte, sind es genau jene Bilder die ich in der sogenannten „blauen Stunde“ gemacht habe, welche zum Einsatz kommen werden. Das gleiche passiert dann in umgekehrter Reihenfolge am nächsten Morgen bei Tagesanbruch. Man hat als Fotograf also immer zwei Chancen ein richtig gutes Licht zu erwischen, vorausgesetzt das Motiv hat den richtigen Einstrahlwinkel zur Sonne. Es kommt nicht selten vor, dass Wolkenberge am Horizont ein Nachglühen der Landschaft verhindern und die Bilder farblos bleiben. Nicht so in dieser Nacht. Ich habe doppeltes Glück, am Abend wie am Morgen strahlen die Dünen im sanften Licht der Dämmerung. Weniger Glück habe ich in dieser Nacht mit dem Schlafen. Ich habe mir eine schöne Kuhle geformt um nicht von der Dünenkante in die Tiefe zu rollen.

Leider lässt der Wind in der ersten Nachthälfte kaum nach, was bedeutet das mir praktisch ständig Sand ins Gesicht weht. Ich habe versucht mich komplett in den Schlafsack zurückzuziehen und nur eine kleine Öffnung zur Atmung erlaubt. Doch das ist eine Aktion die praktisch dem Betreten einer Sauna gleichkommt. Jeder weiß wie lange man es in einer Sauna aushalten kann. Zu meinem Unglück haben ein paar mongolische Jugendliche diese zweifellos zauberhafte Mondnacht zur Partyzeit erkoren. Von unten dringen deren feuchtfröhliche Geräusche zu mir auf die Düne. Dem nicht genug, müssen dann ein paar stramme Kerle ihren auserwählten Perlen auch noch die Welt von oben zeigen. Gegen elf Uhr, ich bin gerade so im dahindämmern mit viel Sand zwischen den Zähnen kommen die ersten Pärchen auf meinen Dünenkamm und erfreuten sich lautstark an den Schönheiten ihres Landes. Als ich dann weit nach Mitternacht endlich einen leichten Schlaf finde, sitzen plötzlich wieder Zwei direkt neben mir. Sie sind wirklich freundlich, aber es ist echt der falsche Zeitpunkt. Bis dann das erste Morgenrot das Licht des Mondes überstrahlt und die Konturen der mich umgebenden Landschaft wieder deutlicher sichtbar werden lässt, ist es nicht mehr weit hin, und der Schlaf ist viel zu kurz zu seinem Recht gekommen. Das macht aber überhaupt nichts. Ich habe schon viele schlafmangelnde Nächte erlebt um an meine gewünschten Bilder zu gelangen. Das gehört einfach zum Arbeitsfeld eines ernsthaften Naturfotografen dazu.

Durch das Randgebiet des Gobi Nationalparks fahren wir nun in Richtung Norden. Immer wieder sehen wir auch hier große Tierherden. Besonders die Ziegen sind dabei für die an die Trockenheit angepassten Sträucher und Gräser eine starke Bedrohung. Neben den Spuren der Fahrzeuge, die kreuz und quer über die Ebene verlaufen, ist die Vegetation besonders auf sie sehr anfällig. Während Schafe Gräser nur abfressen und sie somit nachwachsen können, reißen die Ziegen sie mit der Wurzel raus. Qualitativ hochwertige Kaschmirwolle ist ein Hauptexportgut der Mongolei und wird fast zu hundert Prozent von großen chinesischen Textilunternehmen abgenommen. Der wertvolle Rohstoff wird von Ziegen geliefert, was zu einer massiven Zunahme dieser Tiere innerhalb der Herden geführt hat. Bei gleichzeitiger Abnahme von Grasland und verstärkter Ausbreitung der Wüste. Ein wirtschaftlicher Boom verläuft in der Regel immer zu Lasten der Umwelt. Auch hier wurde die Produktionssteigerung nicht nachhaltig betrieben. Dazu kommt das die Viehherden seid den 1990er Jahren privatisiert wurden. Eine Kontrolle durch den Staat ist seitdem praktisch unmöglich. Gäbe es in der Mongolei eine FDP würden sich deren Politiker über die freie Entwicklung des Marktes sicherlich freuen. Doch ein unregulierter, nur auf Wachstum ausgelegter Markt wächst in der Regel immer so lange bis er alles aufgesogen hat was ihn nährt. Dann kommt der Zusammenbruch. Immer – im Großen wie im Kleinen.

Das letzte Drittel meiner Rundreise führt uns durch die „Khangai“ Berge in der Inneren Mongolei. Schon  bei der Anfahrt wird die Steppe wieder sichtbar grüner, die Vegetation vielseitiger. Die ersten sanften Wellen des Vorgebirges liefern uns wieder diese grandiosen Ausblicke für die man diese Landschaft einfach lieben muss. Mancherorts ist das Gelände mit unzähligen großen und kleinen Gesteinsbrocken überzogen. Sie zeugen von längst vergangenen vulkanischen Aktivitäten. Gegen Abend suchen wir uns irgendwo eine schöne Stelle aus und schlagen unser Lager auf. Es vergeht eigentlich kein Tag ohne Gewitterbildung, welche fantastische Lichtstimmungen über die weite der Landschaft zaubern. Ich streife zwischen den Hügeln umher und entdecke auf vielen der Felsen, die hier seid Jahrtausenden in der Wiese liegen, uralte Felsgravuren. Bis zu dreitausend Jahre sollen sie alt sein. Meist sind es Motive von Tieren, sei es domestiziert oder auch wild. Der Lebensstil der Nomaden scheint eine lange Tradition zu haben. Es ist schade, dass wir wohl eine der letzten Generationen sein werden, die diese Art des Lebenswandels noch kennenlernen können.

Was mich sehr erstaunt ist das ich auf einem der Felsen eine Spirale entdecke. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, gilt dieses Symbol in vielen Kulturkreisen als Zeichen des Wandels und der Erneuerung, sprich auch als Symbol für das Nomadentum. Wie kann es aber sein das sich Symbole und auch Riten auf unserer Erde in diversen Weltregionen geglichen haben, ohne dass diese in irgendeinem Kontakt standen? Auf Relikte aus der Vergangenheit trifft man in den Steppen der Mongolei immer wieder. Es sind alte Grabsteine die kreisförmig angeordnet und mit diversen Gravuren bestückt aus dem Boden ragen. Dem Menschen oder Tieren nachempfundene Steinstatuen sollen wohl den einflussreicheren Menschen zur Ehre erstellt worden sein. Kaum eines dieser Gebilde ist noch komplett erhalten, doch sind sie immer noch so gut zu erkennen, dass man den damaligen Künstlern durchaus ein immenses handwerkliches Geschick attestieren darf. Was man wohl aus unserer Zeit auf der Erde vorfinden wird, wenn man in ein paar hundert oder tausend Jahren auf Entdeckungstour geht? Wird es uns dann überhaupt noch geben? Wenn wir so weitermachen wie bisher wage ich das stark zu bezweifeln. Vielleicht kriegt die Menschheit ja doch noch die Kurve und kommt zur Besinnung. Vielleicht werden dann unsere Konsumtempel und Atomkraftwerke als eine Zeit der großen Dummheiten und Missverständnisse belächelt. Große kulturelle Highlights haben wir ja nicht zu bieten, oder tue ich uns da unrecht? Am dritten Tag nachdem wir die Halbwüste der Gobi verlassen haben sehen wir plötzlich ganze Bergzüge die mit Kiefern bewachsen sind. Richtige Wälder deren Anblick mein Herz erfreut. Wir sind hier auf über zweitausend Metern Höhe und das Klima ist recht erfrischend.

Diverse Blumen blühen in dieser bergigen Version der Steppe. Doch die von mir erhofften Teppiche aus Blumen, wie ich sie schon auf Bildern aus der Mongolei gesehen habe, werden wir leider nicht zu sehen kriegen. Dafür scheint es in diesem Jahr einfach zu wenig geregnet zu haben, oder wir sind einfach in der falschen Gegend. Als wir den höchsten Pass überqueren, der gleichzeitig eine Wasserscheide ist und mit seinen Flüssen den nördlichen Teil der Mongolei mit Wasser versorgt, fallen mir zum ersten Mal die grauen Flecken in den Wäldern auf. Zuerst halte ich sie für eine Stelle an denen es gebrannt haben muss, aber als es immer mehr werden und die Bäume zwar tot sind aber alle noch stehen wird klar das es dies nicht sein kann. Meine mongolische Übersetzerin „Jagga“ erfährt von den Einheimischen das es sich um einen „worm“ handelt, wie sie es mir übersetzt. Ob es nun tatsächlich ein Wurm ist, oder ein Käfer kann ich nicht in Erfahrung bringen. Auch sonst bekomme ich leider keine Informationen über das Ausmaß und die Ursachen dieses Waldsterbens. Es erinnert doch sehr stark an das was der Borkenkäfer bei uns mit den Fichtenwäldern anstellt, wenn die Sommer zu heiß und die Bäume zu geschwächt sind. Die Menge an totem Holz die wir passieren lässt leider Schlimmes befürchten. Wenn das tatsächlich Auswirkungen eines sich verändernden Klimas wären, so verspräche das nichts Gutes für diese Wälder. Ich glaube, dass kaum eine Tier- und Pflanzenart die in dem extremen Klima der Mongolei zu Hause ist, große zusätzliche Flexibilität hat um sich auf neue Lebensbedingungen einzustellen. Dafür müssen sie schon zu starke Kontraste meistern die ihnen die verschiedenen Jahreszeiten bereiten. Eine weitere Gefahr für die Wälder in den „Khangai“ Bergen ist der Nutzungsdruck durch den Menschen.

Wir passieren die Ortschaft die für ihre Produktion von Jurten berühmt ist. „Jagga“ erzählt mir das aus allen Landesteilen Bestellungen eingehen. Die Behausungen werden in Handarbeit produziert und sind natürlich auch nachhaltig, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen erstellt werden. Doch darf man nie aus den Augen verlieren wie lange ein Bäumchen in der Mongolei braucht um eine brauchbare Größe zur Verwertung zu bekommen. Augenmaß ist hier gefragt und eine ungebremste Nutzung wie mit Allem unbedingt zu vermeiden.

Der letzte Tag, bevor wir wieder die geteerte Straße erreichen, wartet nochmals mit einem besonderen Ereignis auf. Wir sitzen gerade zu Besuch bei einer Familie in deren Jurte, als uns ein Gewitter in Form eines mächtigen Hagelsturms einholt und für einige Minuten mit aller Kraft überschüttet. Das Unwetter zieht sehr schnell weiter und hinterlässt für kurze Zeit eine weiße Eisschicht auf dem Boden. Die Sonne bricht unmittelbar danach wieder durch die Wolken und zaubert einen wunderbaren Regenbogen vor weiterziehende dunkle Gewitterwand.

Die Mongolei hat mich in der kurzen Zeit in der ich hier zu Gast sein durfte mit so vielen magischen Momenten beschenkt das dieses Land einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten wird. Auch wenn ich merke,  dass ich generell doch eher die üppige Vegetation der Regenwälder der Kargheit der Steppe vorziehe, so werden mir die weiten Horizonte und die fantastischen Wolkenbilder fehlen. Die Mongolei ist eindeutig ein Land, das zumindest in der Jahreszeit in der ich sie kennenlernen durfte, viel spannendes „Licht“ für den Fotografen bereithält.

Steppe Teil 1: Mongolei „hinterm Horizont immer weiter“ 17.07.2013

Sie verfolgen mich fast schon auf Schritt und Tritt. Sie sind immer dann am stärksten präsent wenn ich mich in den schönsten Bereichen meiner  Arbeit befinde nämlich auf Reisen in der Natur. Dann fallen sie gnadenlos über mich her und traktieren mich mit der immer wiederkehrenden Frage nach dem Ausweg aus der scheinbaren Ausweglosigkeit. Das geht jetzt schon seid Jahren so, und je mehr ich von dieser Erde entdecken und fotografieren darf, desto intensiver werden die Gedankengänge. Es sind stundenlange Grübeleien zu dem einen Thema, welches über allen anderen Themen steht: – Wie können wir Menschen uns davor bewahren unsere Lebensgrundlagen zu zerstören?

Mir ist klar warum es gerade auf Reisen so intensiv in mir rumort. Alleine die letzten Monate sind eine einzige Aneinanderreihung von unglaublichen Erlebnissen. Ich habe in relativ kurzer Zeit soviel Schönheit sehen und fotografieren dürfen, dass ich fast überschäume vor Begeisterung über die unermessliche Vielfalt von Mutter Natur. Ich weiß was auf dem Spiel steht. Was wir zu verlieren haben. Die globale Situation hat sich mir ganz tief in die Seele gepflanzt. Es sind die zwei Extreme. Das Wunder des Lebens in all seiner Pracht auf der einen, und die gleichzeitig schleichend ablaufende Katastrophe hinein in eine nicht allzu ferne Zukunft aus Mangel und Monotonie auf der anderen Seite.

Wer sich darüber im globalen Kontext Gedanken macht der sollte nicht versäumen  die Zusammenhänge auch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen – nämlich den des eigenen Lebenskreises. Was global funktionieren soll, muss auch bei Einem selbst möglich sein. Genau da fängt das Bauchweh auch schon an. Ich träume von einer gerechten Welt. In der wir Menschen auf nachhaltige Weise, basierend auf dem Allgemeinwohl und fernab jeglicher Wachstumswahn-Ideologien leben, und als Teile einer intakten, artenreichen Umwelt glücklich sind. Wem das zu kompliziert war, dann nochmals anders ausgedrückt: Es muss sich fast Alles ändern. Gehe ich mit gutem Beispiel voran? Wäre die Welt eine Bessere, lebten sieben Milliarden Markus Mauthe´s auf dieser Erde? Diese Frage werden wir mal ganz nüchtern und ehrlich analysieren. Reisen sie mit mir in die Mongolei, den am dünnsten besiedelten Land der Erde und grübeln sie mit.

Um das Thema „Steppe“ für mein Greenpeace Projekt „Naturwunder Erde“ umzusetzen, habe ich dieses Land ausgesucht, welches so anders ist, als Alles was ich bisher kannte. Stellen sie sich die Wiese hinter ihrem Haus vor, nur so groß wie Deutschland. Das sind die zwanzig Prozent Grassteppe mit der ein Fünftel der Mongolei bedeckt ist. Sie ist das erste Ziel unserer Rundreise. Begonnen hat alles ganz normal mit der üblichen, möglichst schnellen Flucht aus der Stadt. „Ulan Bator“ ist die Hauptstadt und hat den einzigen Internationalen Flughafen des Landes. Jeder dritte Mongole, bzw. Mongolin lebt hier. Ich melde mich beim örtlichen Reiseveranstalter der die kommenden Wochen für mich geplant hat und freue mich dass wir schon am kommenden Morgen der Umarmung der Zivilisation entkommen werden. Ich bekomme nicht das Elend tausender Kinder zu Gesicht, welche obdachlos in den Heizungstunneln der Stadt unter erbärmlichen Umständen hausen müssen. Ich muss auch nicht lange auf die unzähligen Rohbauten starren, die hier wie Pilze aus dem Boden schießen. Was von „Ulan Bator“ bleibt ist die fast schon erheiternde Einsicht, dass auch die Mongolen, die mehr Platz zur Verfügung haben als alle anderen Völker auf der Welt mit Verkehrsproblemen zu kämpfen haben. Die Autos stauen sich praktisch an jeder Ecke des Zentrums. Dabei haben die ehemaligen Pferdeherren doch gerade erst begonnen unseren westlichen Lebensstil zu kopieren.

 Die ersten paar hundert Kilometer auf dem Weg nach Osten sind noch geteert, später beginnt dann das weite Netz der Holperpisten. Ich habe das Glück zwei sehr angenehme und äußerst hilfsbereite Menschen an meiner Seite zu wissen. „Bal“ ist knapp sechzig Jahre alt und als Fahrer mit stoischer Ruhe und Gelassenheit ein zuverlässiger Lotse durch das Meer aus sanften Hügeln. Wie er bisher immer zielsicher den richtigen Pfad gefunden hat ist echt bewundernswert. Schilder gibt es da draußen kaum, oder sie sind oft unlesbar. Andauernd teilen sich die Fahrspuren und führen über den nächsten Hügel scheinbar ins Nirgendwo. Als Köchin und Übersetzerin ist „Jagga“ mit an Bord unseres Kleinbusses. Sie hat von Anfang an verstanden was ich hier in ihrem Land fotografisch umsetzen möchte. Durch unsere gute Kommunikation in Englisch hat sie mir in den vergangenen Tagen schon so manche Tür geöffnet und zu tollen Motivsituationen verholfen. Die Reise scheint unter einem guten Stern zu stehen. Es ist die regenreichste Zeit des Jahres. Von Begin an zeigt sich mir die Mongolei von ihrer schönsten Seite. Das Gras ist grün und die Wolkenberge über dem Horizont meistens präsent um fast jedes Motiv zu veredeln. Natürlich erinnert mich hier vieles an die Savannen die ich in Afrika kennenlernen durfte.

Der Hauptunterschied ist wohl der, das es in der Steppe im Winter richtig Arschkalt wird, während die Savanne wegen ihrer Nähe zum Äquator wirkliche Kälte gar nicht kennt.

Es sind die weiten Ausblicke die so faszinieren. Steht man schon wenige Meter erhöht auf einer Kuppe scheint der Horizont in weiter Ferne zu rücken und dazwischen breiten sich in sanften Wellen verlaufene Hügel aus, die mit den unterschiedlichsten Gräsern bewachsen sind. Wir befinden uns inzwischen in der „Dornod“ Steppe, ein riesiges, nur sehr dünn besiedeltes Gebiet. Die „Dornod“ ist eines der letzten großflächigen Steppengebiete der Erde das sich nahezu in seinem natürlichen Zustand befindet. Es ist das letzte Gebiet in Asien, in welchen die Migration, also die Herdenwanderung großer Huftiere möglich ist.

Das Grasland ist ein Paradies für Vögel. Praktisch ständig fliegen kleine Singvögel auf, die wir bei ihrer Futtersuche am Rande des Weges kurzeitig erschrecken. Es kommen weit über hundert Arten vor, und viele davon haben hier ihre Nistplätze. Erhaben ist der Anblick von den größeren Vögeln wie Bussarde und Steppenadler. Wenn sie ihre Flügel ausbreiten und wie in Zeitlupe davonfliegen erfreut das nicht nur das Herz von Ornitologen. Am zweiten Tag entdecken wir den Horst eines Adlerpärchens an der Oberkante einer Böschung. In Ermangelung von Bäumen sind alle Tiere in der Savanne Bodenbrüter was natürlich nicht ohne Risiko ist, da Jungtiere möglichen Fressfeinden wie Wölfen oder Füchsen schutzlos ausgeliefert sind.  Wir sehen wiederholt Steppenadler am Straßenrand. Sie schwingen mit den Flügeln und hüpfen von uns weg, bevor sie sich dann ganz eng ins tiefe Gras pressen.

Irgendwann verstehe ich, dass es sich hierbei nicht um kranke Exemplare handelt, sondern um Jungtiere die noch nicht in der Lage sind zu fliegen. Sie warten auf die Rückkehr ihrer Eltern.

Von Zeit zu Zeit entdecken wir Kraniche, welche immer zu Zweien unterwegs sind. Bei manchen hat sich der Nachwuchs eingestellt und trottet als hellgrauses Flaumbündel hinter seinen Eltern her.

Immer wieder ziehen Wolken vor der Sonne vorbei und tauchen das Land in ein wunderbares Fleckenmuster aus Licht und Schatten. Doch am eindrucksvollsten  sind die Gewitter die sich während unserer bisherigen Reise fast täglich am Himmel formieren. Pechschwarze Wände die sichtbare Fäden aus Wasser auf die Erde schütten. Durch den Kontrast erscheint die Savanne darunter plötzlich Heller als der Himmel was dem Gras ein kräftiges sattes und somit äußerst fotogenes Grün beschert. Es gibt Zeiten da fahren wir dreißig vierzig Kilometer ohne auf sichtbares Leben zu stoßen, sieht man von den allgegenwärtigen Vögeln und kleinen Nagetieren ab die durch das Gras huschen. Dann erkennt man wieder schwarze, braune und weiße Flecken in der Ferne und weiß, dass es sich aller Voraussicht um eine Herde domestizierter Tiere handelt, welche die Lebensgrundlage der nomadisch lebenden Menschen bilden. Kuhherden sind mir nicht neu, Ziegen und Schafe reißen mich auch nicht vom Hocker. Doch wenn man dann eine große Gruppe Pferde über die weite Ebene rennen sieht hat das schon etwas Würdevolles. Ebenso faszinierend sind für mich die zweihöckerigen Kamele die in kleineren Gruppen in der Landschaft stehen und völlig gelassen vor sich hinkauen.

Es gibt nicht mehr viele Erdteile in denen Menschen bis heute als Nomaden leben. Warum ich das so schade finde versuche ich hier mal zu erklären. „Jagga“ erzählt mir das momentan noch ca. die Hälfte der mongolischen Bevölkerung den traditionellen Lebensstil praktiziert. Ihre Jurten lassen sich schon aus weiter Ferne erkennen, da der Überzug meist aus heller Farbe ist. So wie ich das nach so kurzer Zeit einschätzen kann, hat jede Familie in der Regel zwei Jurten, wobei eine als Kochzelt und die andere als Lebens- und Schlafraum genutzt wird. Die Jurte ist rund und läuft am Dach spitz nach oben zu. Meist steht der Ofen in der Mitte und entlässt einen Kamin an der Öffnung, welche auch als Lichtquelle genutzt wird. Außer eine Tür aus Holz gibt es keine Fenster. Die Grundkonstruktion ist aus einem Holzgeflecht das sich bei Bedarf zusammenschieben lässt und für den Transport nur wenig Raum wegnimmt. Darüber wird dann die Plane gezogen, welche im Sommer am Boden auch leicht angehoben werden kann um die extreme Hitze ein wenig zu neutralisieren. Es ist mir vergönnt bei einigen der Nomadenfamilien einen kurzen Blick in ihren Alltag zu werfen.

Etwa als „Bal“ sich nicht sicher war ob er die richtige Abzweigung genommen hat. Dabei fährt er einfach bis an die Jurten der Menschen heran. Wir haben Orte gesehen wo einzelne Familien leben, aber auch im Zusammenschluss mit zwei drei anderen Familien welche meist untereinander verwandt oder eng befreundet sind. Wenn ich den Ritus recht verstanden habe wird man als Fremder immer als Gast behandelt. Warum sonst würde „Bal“ zielsicher die Jurte ansteuern, obwohl Teile der Familienmitglieder auch im Freien stehen und unaufgefordert im Wohnzimmer Platz nehmen. Ich glaube im Händeschütteln als Zeichen der Begrüßung sind die Mongolen eher zurückhaltend. Fast ohne dass Worte gewechselt werden, bekommt man dann als Besucher eine Tasse Tee und aus gegorener Milch hergestellte Leckereien serviert. Bei Letzterem habe ich höflich abgelehnt, in Erinnerung daran, dass mein zivilisationsverweichlichter Magen seine verdaulichen Grenzen sehr schnell erreicht. Zuerst dachte ich wir sind nicht sonderlich erwünscht, den drauflos geplappert haben meine mich umgebenden mongolischen Mitmenschen nicht. Erst nach und nach wird ganz gemütlich über Dies und Das gesprochen und ich merke, dass hier alles seine Richtigkeit hat.

Andere Länder andere Sitten. Ich stelle mir vor wie es wäre wenn man bei uns in Deutschland einfach unangemeldet in ein fremdes Haus geht und in Erwartung von Kaffee und Kuchen sich auf das Sofa fläzt. Wer nun erwartet in der Jurte herrscht das pure Mittelalter, der wird erstaunt sein. Es gibt kaum eine Familie, die nicht eine Solar- Panele vor der Türe stehen hat und eine Satellitenschüssel hinter dem Zelt. In jeder Jurte die ich bisher betreten habe steht ein kleiner Flachbildschirm. Die Menschen haben Handys und zur Fortbewegung nutzen viele heute Motorräder aus China. Fast jede Familie hat entweder einen Geländewagen oder einen Kleinlastwagen. Zweimal im Jahr wird das ganze Hab und Gut zusammengepackt und darauf verladen um vom Sommerlager ins Winterlager zu reisen und wieder Zurück. Die Moderne ist also auch im hintersten Winkel der asiatischen Steppe angekommen. Trotzdem gibt es elementare Unterschiede zu den Leuten, welche sich für ein Leben in der Stadt entschieden haben. Die Nomaden sind praktisch bis heute Selbstversorger. Alle Abläufe sind perfekt auf den Rhythmus ihrer Tiere abgestimmt.

Sie versorgen die Menschen mit Nahrung aus Fleisch und Milchprodukten. Der Tier-Dung wird zum Heizen verwendet was weniger ekelig ist als sich mancher Leser an dieser Stelle denken mag. Getrockneter Dung von Pflanzenfressern ist praktisch fast geruchslos und ein wirklich guter Brennstoff. Im Ablauf ihres Alltages wird so gut wie kein Müll erzeugt und die sie umgebende Natur wird nicht übernutzt. Das Land findet Erholung wenn die Familie den Standort wechselt. Natürlich haben die Mongolen den Vorteil, dass sie unheimlich viel Platz zur Verfügung haben trotzdem sich die Bevölkerung in den letzten dreißig Jahren verdoppelt hat. Ein Land indem es so einfach wäre meine am Anfang des Artikels beschriebene Version einer besseren Welt umzusetzen. Es ist alles vorhanden, um nachhaltig und schonend ein zufriedenes Leben zu führen. Sollte man meinen, denn auch die Mongolei ist ein Spiegelbild der globalen Situation. Dem Touristen erschließen sich diese Probleme wegen der puren Ausdehnung des Landes, allerdings nicht gleich auf den ersten Blick. Ich bin erschrocken als mir „Jagga“ erzählt, das auch in der Mongolei immer mehr Menschen den Weg in die Städte suchen und das Leben in der Natur hinter sich lassen wollen. Sie selbst glaubt nicht das es in ein paar Jahrzenten noch viele Familien gibt, die den Jahreszeiten folgend, über die Steppen ziehen. Warum das so ist hat viele Gründe, und keiner davon ist gut. Ich denke für die Meisten ist einfach der Gedanke zu verlockend, die körperliche Arbeit in der Natur gegen ein einfacheres Leben in massiven vier Wänden einzutauschen. Bei aller Romantik die so ein Leben mit den Elementen für den Besucher ausstrahlt, ist das Nomadendasein auch heute noch trotz technischer Hilfsmittel extrem Hart. Eisige Kälte von dreißig, vierzig Grad unter Null im Winter und sengende Hitze in den Sommermonaten sind klimatische Extreme wie sie kaum in einem anderen Erdteil vorkommen.

Wenn man nichts Anderes kennt, entstehen sicher keine Sehnsüchte auf Veränderung. Doch jede Familie hat inzwischen Verwandte in den Dörfern und Städten, und auch die Kinder der Nomadenfamilien gehen dort zur Schule. Über die Satellitenschüsseln erfolgt eine permanente Berieselung welche einen Lebensstil präsentiert, der so verlockend erscheint, das wohl kaum ein Mensch davor gefeit ist Bedürfnisse nach Veränderung zu verspüren. Doch in dem Moment wo die Leute ihre Jurten auf die Pritsche packen und die Traditionen aufgeben, werden sie von Nomaden zu Konsumenten. Das erfreut die produzierende Industrie und verschärft die grundsätzlichen Probleme des Planeten Erde. Die Menschen kaufen ab jetzt im örtlichen Supermarkt Produkte welche in ihrem Leben auf dem Land nicht notwendig oder außer Reichweite waren. Auch in der Mongolei stehen die Regale voll mit Allem was man sich denken kann. Jeder Einkauf verursacht Müll. Jeder Müll ist ein Problem. Um sich die Dinge im Supermarkt kaufen zu können brauchen die Menschen einen Job damit sie überleben können. Wie praktisch das die Mongolei so reich an Bodenschätzen ist. Viele Arbeiter finden in der Industrie ein Auskommen und helfen großen Konzernen aus dem Ausland z.B. großflächig Kohle abzubauen. Diese wird dann z.B. im Nachbarland China in schmutzige Energie verwandelt. Der Nomade der im Einklang mit seiner Umwelt mit einem kleinen Motorrad über die Steppe zieht hat eine recht gute Ökobilanz.

Der Kohleförderer, der dazu westliches Konsumverhalten praktiziert trägt massiv zur Vergrößerung der Probleme bei. Gerade die Steppe ist ein fragiler Lebensraum. Der Wüste nicht fern ist sie vielleicht mehr als alle anderen Lebensräume auf ausreichend Wasser als Lebensquell angewiesen. Durch die immer stärker ansteigende Menge an Treibhausgasen die wir Menschen in die Atmosphäre blasen (z.B. durch die Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung) heizen wir das Klima massiv an. Es kommt zu Verschiebungen des Wetters. Kreisläufe des Lebens werden zerstört, Regionen trocknen aus. Aus Steppen werden Wüsten und Lebensraum geht verloren. Natürlich sind diese Abläufe von mir vereinfacht geschildert, aber es geht mir darum zu zeigen, das alles irgendwie zusammen hängt. Eine Ursache hat eine Wirkung. Immer. Und ich? Darf ein Vielflieger und Weltreisender wie ich überhaupt solche Zusammenhänge aufzeigen ohne sich der Scheinheiligkeit auszusetzen? Schließlich sehe ich wie sich am Ende eines jeden Reisetages die Plastiktüte voll mit Müll gefüllt hat. Drei Personen, eine Tüte Müll pro Tag. Mich erschaudert bei dem Gedanken wie viele Wasserflaschen aus Plastik ich auf meinen Reisen bisher gelehrt habe. Jeder Keks den ich esse, jeder Käse den ich mir aufs Brot schmiere ist in Plastik verpackt. Umgewandeltes Erdöl, das nach einmaligem Gebrauch wenn wir Glück haben auf irgendeiner Müllkippe landet, wo es dann hoffentlich nicht vom Wind über die Weite der Steppe getragen wird. Oder es wird einfach verbrannt, was wiederrum CO2 freisetzt. Tue ich genug um ökologisch zu Reisen? Gibt es das überhaupt? Fakt ist, das wir uns nicht komplett frei von Sünde machen können, aber wir können so wahnsinnig viel verbessern ohne dabei unsere Freiheit aufzugeben und wieder zurück auf die Bäume zu müssen. Naturgemäß werde ich nicht damit anfangen weniger zu Reisen. Für mich ist das Reisen ein wichtiger Bestandteil meiner Persönlichkeitsentwicklung. Reisen bildet mich, lässt mich Erfahrungen machen, weitet meinen Horizont und lehrt mich Toleranz und Weltoffenheit. Kurz, es macht einen besseren Menschen aus mir, davon bin ich überzeugt. Ich schäme mich auch nicht, dass ich mich jedes Mal freue wenn ich Menschen begegne, die im Gegensatz zu mir mit dem einfachen naturnahen Leben zufrieden sind. Der Weg in die Jurte ist mir versperrt, dazu bin ich zu sehr geprägt vom ständigen Medienkonsum und permanentem Aktionismus. Ich bin nun mal ein Kind westlicher Strukturen, und da muss ich ansetzen. Wäre die Welt besser wenn es sieben Milliarden Markusse gäbe? Ja und Nein. Mein Leben wie ich es in der jetzigen Art und Weise führe würde bei einer Versiebenmilliardenfachung den Planeten komplett verwüsten. Bei soviel Rohstoff und Energiebedarf wäre der Planet praktisch in Nullzeit ausgeweidet. Doch angenommen jeder Mensch ist meiner Meinung dann wäre die Welt schon heute längst eine Andere.

Spätestens nachdem der „Club of Rome“ Anfang der siebziger Jahre seine ersten Prognosen zum Zustand der Erde veröffentlichte, hätte die Menschheit mit all ihrer durchaus vorhandenen Kreativität den Abschied von Öl du Kohle eingeleitet und die gesamte Welt wäre schon längst zu hundert Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Damit wäre ein Riesenschritt in die richtige Richtung vollzogen. Die Idee vom unbegrenzten Wachstum in einer begrenzten Welt hätte sich nie durchgesetzt und der auf Egoismus und Verdrängung basierende Kapitalismus wäre nie zum Zuge gekommen. Nein ich bin kein Kommunist, da gibt es doch viele Andere, bessere Ansätze. Ohne den Kapitalismus, der diejenigen die eh schon viel haben weiter fördert, (ob legal oder illegal angeeignet) hätten globalen Konzerne wie Nestle, Coca Cola, Shell und wie sie alle heißen gar nicht so machtvoll werden können. Die Produktionsketten wären kleiner, lokal und dezentral. Viel mehr Menschen wären in Lohn und Brot, Rationalisierung ein Schimpfwort, Aktien und riskante Geldgeschäfte illegal und Produziert wird auf Bedarf und nicht nach Werbemacht. Jede Verpackung würde als Rohstoff angesehen und mit Sorgfalt behandelt. Produzenten wären für den gesamten Kreislauf zuständig, „cradle to grave“. Wer irgendwas produziert muss auch recyceln und erneuern. Müll gibt es keinen mehr. Nahrung wird frei von Chemie und gentechnischer Manipulation in kleinen Betrieben naturnah produziert und an die Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung verkauft. Ich brauche keine Mango aus Übersee wenn ich auch mit meinem heimischen Obst reichlich Auswahl habe. Fleisch gäbe es nur noch an Feiertagen als wirklich besonderes Ereignis oder höchstens einmal in der Woche. Die Tiere würden in artgerechter Haltung ein Leben in Würde verbringen bevor sie auf den Teller kommen. Massentierhaltung, Tierversuche und sonstige Untaten wie die Großwildjagd zur Vergnügung  kranker reicher Idioten wären Geschichte da gesellschaftlich geächtet. Die Lichtverschmutzung wäre von heute auf morgen beendet. Ein Großteil aller nachts brennender Lichter ist völlig überflüssig und kostet nur unnötig Geld und Milliarden Insekten das Leben. Das Abholzen von Urwald würde weltweit verboten sein. Der Handel mit illegalem Holz wird mit drakonischen Strafen geahndet. Das Abbrennen von Feldern würde ebenfalls als Sinnlos erkannt sein und Unglauben hervorrufen, das es so etwas früher mal gegeben hat. Die industrielle Fischerei würde beendet und lokale Familienbetriebe gefördert, ebenso in der Landwirtschaft. Es gäbe noch soviel mehr an Dingen die wir unmittelbar tun könnten um Dinge auf der Welt zu verbessern. Doch wer der Mächtigen hat schon ein Interesse an Veränderungen hin zum Allgemeinwohl? Welcher Superreiche würde sich mit Lohnobergrenzen abfinden?

Wenn ich schon am träumen bin so hätte ich gleich gerne eine Weltgemeinschaft mit einer Weltregierung in der jedes souveräne Land Beisitzer sendet die auf friedliche Weise Probleme beraten und lösen. Militär gäbe es nicht mehr. Jedes Land hat aber ein gewisses Kontingent an Ordnungshütern. Denn der Mensch braucht Regeln, Werte und Grenzen an die er sich halten muss, und Kontrollen die diese auch durchsetzen. Alle Strukturen sind in freier Wahl vom Volk bestimmt. Lobbyismus, um wirtschaftliche Interessen Einzelner vor das Wohl der Allgemeinheit zu stellen ist abgeschafft. Das Geld welches früher in unsinnige Rüstung gesteckt wurde, kommt in einen globalen Fond zur Verbesserung lokaler Lebensbedingungen. Haushalte in Afrika, Asien und überhaupt überall wo die Menschen gezwungen sind mit dem knappen Rohstoff Holz zu heizen, bekommen Solarkocher und erneuerbare Energie aufs Dach. Mit dem Geld werden zerstörte Naturräume wieder repariert, und Menschen geholfen die bei Katastrophen zu Schaden kommen. Jeder bekommt freien Zugang zu klaren Wasser. Außerdem wird nur ein minimaler Teil vom Fond nötig sein um allen Kindern dieser Erde eine Schulbildung zu ermöglichen. Hauptfach ist „Nachhaltigkeit“ und „Sozialkunde“. Der Wegfall des Militärs wird nach und nach auch zur weiteren Säkularisierung führen. In meiner Gedankenwelt hat zwar Jeder das Recht zur freien Religionsausübung. Doch wird allen Menschen auf der Welt mit dem globalen Fond geholfen, verlieren zuerst die radikalen Kräfte wie der islamische Fundamentalismus an Einfluss, und später erkennen mehr und mehr Menschen das es eine Kirche die sich selbst weit über ihre Schäflein stellt, gar nicht mehr braucht. Es ist die „Schöpfung“ an sich, um mal im kirchlichen Sprachgebrauch zu bleiben, welche uns Zufriedenheit und Sicherheit schafft. Der glückliche Mensch findet wieder einen direkteren Zugang zu seinen Ursprüngen und der Erkenntnis dass er selbst Teil der Natur ist.

Der Planet Erde kann mühelos zehn Milliarden Menschen ernähren, davon bin ich überzeugt. Die Lösungen sind vorhanden, doch leider auch ein ganz bestimmtes Verhaltensmuster, nämlich unsere Gier nach Mehr, als dass was wir tatsächlich brauchen. Deshalb habe ich auch ernsthafte Zweifel ob die Spinnereien eines naturfotografierenden „Gutmenschen“ Markus Mauthe jemals eine Chance haben zumindest in Ansätzen zu entstehen. Doch jede Utopie beginnt mit einem Traum, jede Reise mit einem ersten Schritt. Deshalb werde ich auch weiterhin in die Welt hinausziehen um ihre Schönheit mit meiner Kamera festzuhalten und bei möglichst vielen Vorträgen möglichst viele Menschen zu erreichen, welche nicht die Möglichkeiten haben wie ich. Es sind vielleicht nur ein paar Wenige die durch meine Bilder und Geschichten ihre Liebe zur Natur wiederentdecken oder verstärken. Ich werde damit die Menschheit sicher nicht auf eine neue Bewusstseinsebene heben können. Ein Tropfen verdunstet sehr schnell auf dem heißen Stein, doch viele Tropfen füllen einen See und können Veränderung bringen wo vorher pure Ödnis war. Vielleicht bin ich solch ein Tropfen der sich mit vielen Anderen vereint und irgendwann das Blatt zum Guten wendet. Gerade in solch einem großartigen Land wie die Mongolei sehe ich wieder, dass es noch nicht zu spät ist. Es ist noch soviel Wunderbares vorhanden für das es sich zu kämpfen lohnt.

 

Als wir am dritten Abend unserer Reise plötzlich vor einer Herde von tausenden Mongoleigazellen stehen kann ich mein Glück kaum fassen. Der pure Zufall hat uns an den Ort geführt. Auch diese Tiere haben schon einen Großteil ihres Lebensraumes an den Menschen verloren, doch hier im Osten der Mongolei ziehen sie nach wie vor ihre Runden. Geplante Pipelines und Ölbohrungen, der Bau von Straßen und Bergbau werden den Lebensraum dieser Tiere in der Zukunft auch weiterhin einschränken und abschneiden. Doch im Hier und Jetzt stehen sie vor mir und begeistern mich durch ihre pure Anwesenheit.

Es ist ein ziemliches Getöse welches die Menge an Gazellen verursacht. Weit über die Ebene sind ihre Laute zu hören. Ich sehe hauptsächlich Weibchen mit ihren Jungtieren die dort vor uns grasen. Jetzt erwacht mein Jagdinstinkt. Das Schöne ist, das bei meiner Art des Jagens kein Tier zu schaden kommt, und die Trophäe ein auf die Festplatte gebannter eingefrorener Augenblick ist. Natürlich habe ich auf einer Rundreise nicht endlos Zeit um mich an diesem Thema festzubeißen. Doch zwei Sonnenauf- und zwei Sonnenuntergänge plane ich ein. Wir campieren etwas abseits der Herde und beraten wie ich am Besten zu meinen Bildern komme. Ich liebe auch bei Tieraufnahmen ein weiches Licht das starke Schlagschatten vermeidet. Wenn die Sonne beleuchtet dann muss es eine zarte Strahlung sein. Goldenes Licht welches bei klarer Sicht immer nur wenige Minuten am Morgen und Abend existiert. Moderne Digitaltechnik ermöglicht mir inzwischen auch bei wenig Licht in guter Bildqualität zu arbeiten. Mit bis zu 2000 ASA Chipempfindlichkeit kann ich bis lange nach Sonnenuntergang mit warmen langwelligem Strahlen eine schöne Atmosphäre erzeugen. Das gleiche gilt für die Zeit vor Sonnenaufgang.

Alle vier Versuche die ich habe führen letztendlich zu verwertbaren Bildern. Der einmalige Superschuss ist nicht dabei, dafür ist die Zeit einfach zu kurz. Als ich mich an einem Morgen in meinem angepeilten Versteck an der falschen Stelle sehe, weil die Tiere sich von mir wegbewegen, erhebe ich mich einfach und laufe langsam auf sie zu. Die Fluchtdistanz der Tiere ist relativ hoch. Doch mit der Hilfe des 600 mm Objektives bleiben zum Glück genügend Inhalte übrig wenn ich später am Computer den Bildausschnitt an die Gazellen anpasse. Einmal habe mich im hohen Gras versteckt und die Tiere auf mich zulaufen sehen, ein anderes Mal sind wir mit dem Auto langsam an ihnen vorbeigefahren und ich habe aus dem offenen Fenster geknipst. Wenn in der Herde Alarm ausgelöst wird, fangen Alle auf einmal an zu rennen. Wie schnell sie sind – es ist faszinierend. Besonders die Jungtiere sind lustig anzusehen wenn sie in großen Hüpfsprüngen das Weite suchen.

 Eine große Anzahl freilebender Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten ist etwas vom Schönsten was man als Naturfreund erleben darf.

Wir verlassen die „Dornod“ Steppe im Süden und fahren unweit der chinesischen Grenze durch ein Gebiet in dem es vor Urzeiten starke vulkanische Aktivitäten gegeben haben muss. Über zweihundert erloschene Krater erheben sich hier aus der Landschaft. Viele sind im Laufe der Zeit aber von den Elementen soweit abgeschliffen worden dass sie kaum noch als solche erkennbar sind.

Wir steuern die höchste Erhebung an, den über 1700 m Hohen “Shilyn Bogd“. Er ist für die Buddhisten ein „heiliger Berg“, an dessen höchsten Punkt auch ein kleiner Schrein steht und ein großer Steinhaufen den die Gläubigen umrunden. Normalerweise warte ich an Orten wie diesem in völliger Einsamkeit auf den Tagesanbruch um die unter mir liegende Landschaft zu fotografieren. Doch heute bin ich erstaunt, dass schon in aller Frühe an die zwanzig Mongolen neben mir stehen um den Sonnenaufgang zu erleben. Die Aussicht ist berauschend.

Die einzelnen Krater sind in allen Himmelsrichtungen zu erkennen. Der Blick in Süden fällt über die Grenze direkt nach China. Als sich ein knallroter Sonnenball über den Horizont erhebt begrüßen meine Mitbergsteiger den neuen Tag mit einem freudigen Jauchzen und Hurra. Ich selbst versuche die wenigen Augenblicke des perfekten Lichtes so effizient wie möglich zu nutzen. Beim Anblick der schönen Landschaft gerade auch auf der chinesischen Seite muss ich unweigerlich daran denken, das in diesem Land im vergangenen Jahr im Schnitt an jedem zweiten Tag ein Kohlekraftwerk ans Netz gegangen ist. Der absolute Horror. Sie lassen mich einfach nicht los die Gedanken, besonders nicht auf dieser Reise.

 

 

 

 

 

 

 

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