Wildview

Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Tag: Bären

Instinkt 28.09.2010

Ich stelle mit folgende Szene vor: Es ist Samstag Morgen um fünf Uhr. Der Wecker klingelt. Ich bin sofort hellwach. Voller Tatendrang drehe ich mich zu meiner Lebensgefährtin und hauche ihr ins Ohr: „Tschüß Schatz, ich fahr jetzt in den Schwarzwald. Zum Bären fotografieren“ Wäre das nicht Klasse? Es wird wohl ein Traum bleiben. Abgesehen davon das wir unsere letzten Bären in Deutschland schon vor 170 Jahren ausgerottet haben, zeigte der kurze und sehr traurig endende Besuch von „Bruno“ dem „Problembären“ (Betitelung des damaligen Ministerpräsidenten Stoiber) was diese Spezies erwartet, wenn sie sich zu uns verirrt. Warum haben wir unsere Urängste gegen wilde Tiere die größer als Füchse sind und kein Geweih tragen bis heute nicht abgelegt?

Selbst Wölfe finden in weiten Kreisen der Bevölkerung kaum Akzeptanz, obwohl ihnen seit Unzeiten keine Untaten gegenüber Menschen nachgewiesen werden konnten. Der „Canis Lupus“ wird es aber hoffentlich schaffen sich mit einer stabilen Population in unseren Breitengraden zu etablieren. Wenn alle Menschen einmal in ihrem Leben eine Wolfsfamilie beobachten könnten, so wie mir das hier in Finnland vergönnt war, ich glaube viele Ängste wären ganz schnell verflogen. An zwei Stellen entlang der russischen Grenze habe ich die Möglichkeit genutzt die Verhaltensweisen dieser faszinierenden Tiere zu beobachten und dabei versucht gute Fotos zu machen. Eben weil es in weiten Teilen Europas nicht mehr möglich ist Raubtiere in freier Wildbahn zu sehen, kommen Menschen aus aller Welt zu den Verstecken von Lassi Rautiainen, Ari Sääski und Kollegen. Der September ist eigentlich ein guter Monat zur Observation.

Die Tiere sind sehr aktiv. Gerade die Bären müssen viel fressen um sich auf den nahenden Winter vorzubereiten. Im Tiefschlaf brauchen sie einige Reserven um über die kalten Monate zu kommen. Etwas ärgerlich für Fotografen sind die täglich kürzer werdenden Tage. Je näher sich der September dem Ende neigt, desto mehr der wirklich interessanten Szenen findet in trüber Dunkelheit statt. Selbst hohe ASA Werte moderner Digitalkameras helfen da nur bedingt. Jeden Abend wenn man im Versteck sitzt ist es ein Glückspiel ob die Tiere sich vor oder nach dem Sonnenuntergang zeigen. Oftmals sind es nur Minuten die einem die Möglichkeit zum guten Foto bieten. An jedem Abend im Versteck habe ich Tiere gesehen. Die Ausbeute an guten Fotos war weitaus geringer. Die Fotoverstecke von Lassi Rautiainen sind berühmt für ihre Möglichkeit Wölfe zu sehen. Von drei Tagen die mir hier zur Verfügung standen hatte ich an einem Abend Glück.

Ein Wolfsrudel aus Eltern und fünf einjährigen Wölfchen ist vor meinem Objektiv aufgetaucht. Es war noch lange vor Sonnenuntergang. Zum Glück treiben sich in der Gegend zwei alte Bären herum welche immer als Erstes erscheinen und so wohl auch den Wölfen signalisieren dass keine Gefahr droht. Es ist interessant zu beobachten wie die Tiere sich untereinander verhalten. Ein ausgewachsener Bär braucht sich eigentlich vor nichts zu fürchten. Trotzdem ist auch er gegen Wölfe im Kollektiv voller Zurückhaltung. Mehr als einmal habe ich ein Rudel Wölfe einen Bären durchs Unterholz scheuchen sehen.

Zu körperlichen Kontakten kommt es dabei aber nie. Solange die Wölfe fressen, ist für den einzelnen Bären Verdauungspause angesagt. Befinden sich allerdings mehrere Bären an der Beute, bleiben die Wölfe in respektvollem Abstand. Auch unter den Bären gibt es eindeutig Rangordnungen, was zahlreiche Kabbeleinen und furchteinflößende aber letztendlich harmlose Drohgeräusche beweisen.

Auch wenn den Tieren durch die Futterköder praktisch das Leben stark vereinfacht wird, haben sie dadurch Ihre Instinkte nicht verloren. Meine anfängliche Sorge, sie würden durch die „schnelle Küche“ in Abhängigkeiten geraten hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Zu oft während der Saison erscheinen die Tiere über einen längeren Zeitraum nicht, weil sie an anderen Orten auf der Jagd sind. Speziell im Bärenkot erkennt man jederzeit Unmengen von Beeren welche die Tiere nie aufhören in sich hineinzufuttern. Sowohl Wölfe als auch Bären haben Angst vor dem Menschen. Ich bin überzeugt, dass ein friedliches Miteinander möglich ist, sofern beide Seiten die andere Gattung mit Respekt behandeln. Fast alle Unfälle mit wilden Tieren passieren aufgrund eklatanten Fehlverhaltens des Menschen. Dazu kommt natürlich immer mehr der kleiner werdende Lebensraum von Tieren, der diese geradezu in die Arme, bzw. auf die Felder der Menschen treibt. In solchen Fällen sind Konflikte geradezu vorprogrammiert. Das gilt inzwischen leider fast für jeden Winkel dieser Erde.

Hier in der Region haben die Tiere das Glück, daß das Gebiet jenseits der russischen Grenze mit großen Waldschutzgebieten gesegnet ist, an deren Einrichtung Greenpeace maßgeblich beteiligt war. Auf der finnischen Seite müssen die Tiere schon eine ganze Menge mehr ertragen. So bin ich eines Morgens um vier Uhr im Fotoversteck aus dem Schlaf geschreckt, weil nahe unserer Unterkunft ein Holzlaster damit begonnen hat seine Ernte zu beladen. Das muss man sich mal vorstellen – mitten in der Nacht räumen Die die Wälder leer. Lassi erzählt mir dass die Fahrer nach Masse bezahlt werden. Je mehr sie arbeiten desto mehr verdienen sie. Klingt nach einem System das endlose Waldflächen voraussetzt. Die Tiere scheinen sich nur kurzzeitig gestört zu fühlen. Heikler ist da schon die Knallerei. Neulich fuhr ich zu den Fotoverstecken von Ari Sääski. Auf der ganzen Fahrt vom Inarisee im Norden Finnlands bis in die Region Kuhmo wunderte ich mich über Horden von rot gekleideten Männern welche schwerbewaffnet am Straßenrand standen. Es ist Jagdzeit, Baby. Bei abertausenden von Finnen erwachen die männlichen Urinstinkte und es geht in die Wälder. Die Elchjagd hat an diesem Tag begonnen. Dies führte dazu, dass drei Weidmänner bei ihrer Treibjagd mal eben locker vor den Ansitzverstecken der Fotografen vorbei geschlendert sind, was zu heftigem Fluchen und zu einem absoluten Ereignisfreien Abend geführt hat, zumindest solange es hell war. Die einsetzende Knallerei hat die Tiere wohl weit auf die russische Seite vertrieben. Es ist zwar genau geregelt wieviel Exemplare der jeweiligen Tierart pro Jahr geschossen werden dürfen – nur wer kann dies kontrollieren? Am kommenden Abend war dann zum Glück alles ruhig. Nachdem es einige Tage nur geregnet hatte, war der Himmel an diesem Tag wolkenlos. Das Fotoversteck von Ari liegt am Ufer eines kleinen Sees auf dessen anderen Seite ein Moor und ein kleines Wäldchen anschließen. Seit einigen Tagen kommt eine Bärenmutter mit ihren vier Jungen in die Gegend, was auch mich veranlasst hat, auf bessere Wolfsbilder zu verzichten und es mit der Bärenfamilie zu versuchen. Jeden Abend kamen sie angetrottet. Immer schön brav ihrer Mama hinterher.

Klischee hin oder her, die Kleinen sehen einfach knuffig aus. Die Mutter ist sehr wachsam. Ganz vorsichtig nähern sie sich dem Abendessen. Beim kleinsten Geräusch sind sie wieder im Wald verschwunden. Oftmals kommen sie erst weit nach Sonnenuntergang zurück. Doch an diesem ersten wolkenfreien Abend habe ich meinen einen (einzigen) magischen Moment. Ein fast voller Mond steigt über dem Wald in den Himmel auf. Darunter laufen genau im richtigen Moment alle fünf Bären über das Moor und ermöglichen mir die einzig wirklich hochwertige Aufnahmesituation an insgesamt sechs Abenden.

Alle anderen Situationen finden praktisch im Dunkeln statt was zum Teil wirklich frustrierend ist. So auch, als die Bärenmutter ihre Kleinen gegen einen ihr körperlich viel größeren männlichen Artgenossen verteidigt hat. Er ist wohl gar nicht absichtlich zu Nahe gekommen. Mit welch einer Entschlossenheit sie das Männchen vertrieben hat war schon beeindruckend.

Die wohl für uns Menschen gefährlichste Situation in freier Wildbahn mit Bären ist wenn wir aus Versehen zwischen eine Mutter und ihre Jungen geraten. Das nähme sicher kein gutes Ende. Mit der höchsten mir zur Verfügung stehenden Empfindlichkeit meiner Kamera habe ich diese Szene festhalten können. Oft war ich an diesen Abenden gefrustet über entgangene Chancen, meist wegen der Dunkelheit. Doch am Ende bin ich froh und dankbar über die tollen Erlebnisse und die Fotos mit denen ich bei meiner Anstehenden Vortragstournee über diese faszinierenden Tiere berichten kann. Vielleicht gelingt es mir ja bei dem einen oder anderen Zuschauer Ängste abzubauen, um so die Zukunft dieser Tiere in Europa ein winziges Bisschen möglicher zu machen. Wer weiß, vielleicht darf ein zukünftiger „Bruno“ doch einmal durch den Schwarzwald streifen?

Ein Wald wie aus dem Märchenbuch – Corcova Uvala 19.10.2009

Ich würde schätzen, dass 99,9% aller Besucher die in den Nationalpark Plitvicer Seen fahren nur Augen für die, zugegebenen großartigen Seen und Wasserfälle haben. Dabei besteht der fast 300 qkm große und gleichzeitig größte Nationalpark Kroatiens nur aus 0,7% Wasserfläche. Fast drei Viertel der Karstberge sind mit dichten Mischwäldern überzogen, die durch frühzeitige Schutzmaßnahmen und einer fehlenden industriellen Holzwirtschaft einen sehr naturnahen Zustand besitzen. Das Kronjuwel des Parks ist für mich (als Urwaldfotograf) ganz klar das Spezialreservat „Corcova Uvala“. Ich habe in den vergangenen Jahren wahrlich viele Wälder auf unserer Erde kennen gelernt. Doch dieser Wald ist etwas wirklich Besonderes. Die Schönheit und die überall spürbare Präsenz des vielfältigen Lebens haben mich total gefangen genommen.

Corkova Uvala  2869

Wer erfahren möchte was das Ökosystem Wald wirklich ausmacht, der sollte einmal im Leben unter den Kronen dieser jahrhunderte alten Bäume gestanden haben. Wenn ich mir vorstelle wie arm und amputiert dagegen der gängige Forst vegetiert, könnte man fast wütend werden. Alle urwaldtypischen Merkmale sind hier auch für den Laien sehr schnell zu erkennen. Im Wald wird man Zeuge aller Lebensphasen der Bäume. Mächtige jahrhunderte alte Laub und Nadelbäume wachsen auf den kargen Böden des steinigen Karst. Dazwischen steht immer wieder ein längst abgestorbener Riese, dessen unzählige Löcher im Stamm darauf schließen lassen, dass sich Vögel hier ihre Nahrung suchen. Ob durch Verwitterung, Schneefall oder Stürme, irgendwann fallen sie auf den Boden. Im Naturwald bleiben die Bäume liegen, um in der Zersetzungsphase den Kreislauf ihres Pflanzenlebens zu schließen. Dabei bilden sie Lebensraum für Pilze, Flechten und Moose.

Corkova Uvala  2867

Neue Bäumchen wachsen auf den Körpern der Alten und nutzen deren Nährstoffe. Hier in der Urwaldgesellschaft kann man einen ganz wichtigen Unterschied zu unserer menschlichen Gesellschaft erkennen. Dieser wird wohl letztendlich ausschlaggebend sein warum die Natur überlebt, der Mensch aber, wenn er so weiter macht, leider nicht. In der Wildnis fällt kein Müll an. Alles bleibt innerhalb des Kreislaufes aus Werden und Vergehen. Jede noch so kleine Kleinigkeit wird genutzt und umgewandelt. Die Natur ist zu hundert Prozent nachhaltig. Das müssen wir wieder lernen wenn wir langfristig überlebensfähig bleiben wollen. Ein weiteres Merkmal eines Waldes, der seinen eigenen Gesetzen folgen darf, ist die relativ große Distanz in der die Bäume voneinander entfernt wachsen. Es ist überhaupt kein Problem durch das Unterholz zu schlendern, selbst die Jungtriebe überwuchern nur an wenigen Stellen den Boden. Der „Corcova Uvala“ ist ein Mischwald wie er eigentlich in weiten Teilen Europas vorkommen müsste. Fast fünfzig Prozent sind Buchen, gefolgt von Tannen, Wachholderbäumen und dem Ahorn. Als ich zum ersten Mal in diesen Wald gelaufen bin habe ich die Nadelbäume automatisch für Fichten gehalten. Erst als mein Blick auf die kleinen Jungtriebe fiel ist mir aufgefallen, dass die Nadeln abgerundet und weich waren. „Oh Tannenbaum, so grün sind deine Blätter“. Durch den Fichtenwahn, der vor einigen Jahrzehnten fast sämtliche Forstleute in Europa befiehl (schnelles Wachstum = größerer Gewinn) hat man sich schon so damit abgefunden auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes auf diesen Baum zu stoßen, dass  man fast überrascht ist wenn alles so ist, wie es sein sollte. Junge Tannentriebe müssen in unseren Wäldern eingezäunt werden, um sie vor dem Verbiss durch Rotwild zu schützen. Da ihre natürlichen Feinde wie Wölfe und Bären bei uns ausgerottet wurden, gibt es im Forst viel zu viele Rehe und Hirsche, die die Erneuerung so mancher Baumart verhindern. Zusätzlich werden die Tiere bei uns im Winter noch künstlich gefüttert. Ich behaupte mal, dass dies nicht aus reiner Tierliebe praktiziert wird, sondern dass so manch kühner Jäger genug Material vor die Flinte bekommt. Hier in den Wäldern des Nationalparks streifen noch Raubtiere durchs Unterholz. Gesehen habe ich sie natürlich nicht. Nur der von Wildschweinen mit der Schnauze aufgewühlte Laubboden lässt auf die Präsenz größerer Tiere schließen. Die Kreisläufe sind intakt, Tiere und Pflanzen leben in Balance.

Corkova Uvala  2870

Was den Wald hier so zauberhaft erscheinen lässt ist seine geografische Lage. Zwischen drei bis zu tausend Meter hohen Berggipfeln fallen die Hänge zum Teil recht steil ab. Immer wieder formt der steinige Untergrund kraterähnliche Löcher und Trichter, deren tiefste Stellen meist von einem besonders mächtigen Baum dominiert wird. Nährstoffreicher Humus ist knapp, die Bäume suchen sich alle möglichen und unmöglichen Stellen zum wachsen. Luftwurzeln wachsen über Felsen, die mit Moosen überzogen sind. Uralte Baumstümpfe die kurz vor der Zersetzung stehen sind mit hunderten von Pilzen überzogen. Während Buchen und das Ahorn relativ schnell verrotten und zu Humus werden, kann die Zersetzungsphase bei Tannen bis zu achtzig Jahre dauern. Diskusförmige Baumpilze wachsen horizontal an alten Stämmen. Fällt der Stamm zu Boden, passen die Pilze ihr Wachstum automatisch an und wachsen um neunzig Grad versetzt weiter. Das sieht ziemlich skurril aus. Es gibt fünfundsiebzig endemische Pflanzenarten im Nationalpark. Endemisch bedeutet, dass sie nur hier in der Region wachsen und sonst nirgends auf der Welt. Urwälder haben naturgemäß die größtmögliche Artenvielfalt. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir endlich anfangen wieder mehr Wälder aus der Nutzung zu  nehmen. Bis zu siebenhundert Jahre kann der komplette Lebenskreis einer Tanne in den Karstbergen hier im Süden Europas dauern. Die Buche ist da mit maximal dreihundert Jahren relativ kurzlebig. Groß ist das Urwaldreservat nicht, eigentlich nur lächerliche achtzig Hektar. Doch selbst am dritten Tag hab ich noch nicht ansatzweise alle Regionen erkundet. Manche Stellen im Wald sind so schön, dass eine Stunde vergangen ist bis ich alle Motive im Kasten habe ,die ich durch mein inneres Auge entdeckt habe.

Corkova Uvala  2866

Ich werde in Zukunft wohl genauer hinschauen, bis ich einem Wald tatsächlich das „Ur“ abnehme. In vielen naturnahen Wäldern sieht man einfach nicht so viele große alte Bäume auf dem Boden liegen. Es dauert viele Jahrhunderte bis man in einem Gebiet sämtliche Phasen des Lebenszyklus Wald auch wirklich erkennen kann. Hier im „Corcova Uvala“ ist dies der Fall, und es ist großartig. Manch ein Wald wird zur Zeit aus der Nutzung genommen. Je länger die Sägen schweigen, desto größer werden die urwaldähnlichen Merkmale, je größer die natürliche Gesundung der Flora und Fauna. Viele meiner Ziele die ich für dieses Waldprojekt besuchen werde, sind solche Wälder. Die Urwälder von „übermorgen“. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser kleine Flecken hier in Kroatien mein Lieblingswald. Ich freue mich, dass ich seinen Zauber entdecken durfte. Gleichzeitig bin ich aber auch traurig, wie wenig solcher magischer Orte in unserer modernen Welt noch existieren.

Von Familientreffen & Sauereien 18.09.2009

Finnland Nacht 9  1331

Meine Zeit im Fotoversteck hier im Niemandsland zwischen Finnland und Russland neigt sich langsam dem Ende entgegen. Während die zwei Nächte zuvor relativ unspektakulär waren und ich keine neuen Eindrücke auf die Festplatte bannen konnte, war dieser Abend wieder geprägt von wunderschönen Momenten. Es ist abermals das Wolfsrudel, das mich fasziniert und Szenen bereithält, die wie in einem Traum an mir vorbeirauschen. Die Sonne war gerade hinter dem Horizont verschwunden und zwei Bären schon seit einiger Zeit damit beschäftigt die bereitgelegte Sau fachgerecht zu zerlegen, als ich in der Ferne zwei hellgraue Punkte aus dem Wald kommen sah. Es scheint tatsächlich so, dass Wölfe eigentlich stolze Jäger, vom Instinkt her den schützenden Mantel der Dämmerung brauchen, um sich auf eine offene Fläche zu wagen. Zu tief sitzt wohl die Angst selbst zum Gejagten zu werden. Zwei Wölfe konnte ich beobachten, einer davon war wohl erst wenige Monate alt, wie sie auf die andere Seite des Sumpflandes rannten, wo sie von vier Anderen mit freudigem Schwanzwedeln herzlich begrüßt wurden. Es war eine rührige Szene wie sie sich liebevoll umtollten und abschleckten. Am besten kann man sich die Situation vorstellen wenn man weiß wie sich Hunde freuen können und da Wölfe eigentlich nichts anderes sind als die wilde Variante unserer domestizierten Haushunde gleichen sich die Abläufe doch sehr. Ähnlich wie eine Hauskatze praktisch dieselben Bewegungen macht wie ihre großen Verwandten, die Tiger.

Finnland Nacht 9  1332

Zwei der Wölfe haben sich etwas später näher an mein Fotoversteck gewagt was mir dann auch noch schöne fotografische Impressionen ermöglichte. An dieser Stelle muss man mal ein Hoch auf die digitale Fotografie aussprechen. Bilder wie diese wären früher, zumindest in dieser Qualität nicht möglich gewesen. Während bei einem Diafilm früher ab 800 ASA das Bild schon von starkem Korn geprägt war, lässt sich die Empfindlichkeit bei hochwertigen Digitalkameras locker auf 1600, 3200 oder 6400 ASA erhöhen und man bekommt immer noch eine ansehnliches Aufnahme. Bei atmosphärischen Motiven wie Wölfe im Dämmerlicht stört mich auch ein wenig Bildrauschen überhaupt nicht solange das Foto seine Emotionalität nicht verliert. Schnelle Bewegungen dürfen die Tiere bei solch einem Licht natürlich nicht mehr machen, sonst hat man keine Chance auf eine scharfe Abbildung.

Finnland Nacht 9  1333

An die Beute sind die zwei Wölfe aber nicht gelangt, der Bär hat den Kadaver resolut verteidigt. Was sich allerdings in der Nacht abspielt, das kann man nur erahnen. Zum Einschlafen höre ich die Geräuschkulisse von durch den Sumpf stampfenden Bären, knackender Knochen und tiefes Grollen, was auf reichlich Aktivitäten schließen lässt. Als ich morgens um fünf den ersten Blick aus dem Schlafsack wage, sehe ich im Schein des ersten zarten Dämmerlichts wie sich immer noch ein Bär am selben Platz herumtreibt. Später ist auch er verschwunden und mit ihm die Beute. Jetzt ist das Feld frei für dutzende Raben, die durch die überall verstreut liegenden Knochenreste immer noch reichlich Nahrung finden. Später frage ich Lassi woher er denn die vielen Schweine bekommt, mit denen er hier das Jahr über seine Bären und Wölfe anlockt. Das muss ja ein Schweinegeld kosten denke ich mir und bin umso überraschter als er mir erzählt, dass er sie vom Produzenten umsonst erhält. Das ist in erster Linie mal sehr erfreulich für Lassi, denn ich glaube wenn er dieses ganze Fleisch regulär kaufen müsste wäre die Sache mit der Tierfotografie wohl unbezahlbar. Als Skandalös empfinde ich aber den Grund, welcher ihm diese Großzügigkeit der Fleischer ermöglicht. In Finnland, und so wohl auch in der gesamten EU gibt es ein Gesetz, das es den Händlern verbietet, Ware zu verkaufen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Vernünftig könnte man meinen; der Kunde soll ja keine verdorbene Ware zu sich nehmen. Fakt ist aber auch, dass das Fleisch bei Ablauffrist in der Regel völlig in Ordnung ist, und so allein in Finnland jedes Jahr Millionen Kilogramm beste Nahrungsmittel auf der Müllkippe bzw. im Verbrennungsofen landet. Man darf sich gar nicht vorstellen wie viel Tiere EU weit umsonst sterben, nur weil sie nicht rechtzeitig einen Abnehmer finden. Auf unserer Welt leben 6,5 Milliarden Menschen. Jeder siebte Mensch, der Abends ins Bett geht, tut dies mit einem Hungergefühl, weil er nicht genügend zu essen bekommt. Unsere Überflussgesellschaft subventioniert unzählige Produktionsabläufe, die oftmals am eigentlichen Bedarf komplett vorbei gehen. Das ist eine Schande, zeigt aber auch auf wie unser Wirtschaftssystem funktioniert. Zumindest ein paar Wölfe und Bären profitieren von diesem Irrsinn, was aber aus meiner Sicht ein schwacher Trost ist.

Finnland Nacht 9  1334

Bärenparty & Morgennebel 12.09.2009

Stinklangweilig – sollte man meinen. Da sitzt unsereins in einem Holzkasten und starrt stundenlang auf dieselbe Szenerie. Es ist nun der vierte Abend und bisher war keiner wie der Andere. Besonders das Wetter und die damit verbundenen Lichtstimmungen machen einen Großteil des fotografischen Erfolges oder Misserfolges aus – auch und gerade in der Tierfotografie. Einfach nur einen Bären zu fotografieren der sich über eine von Menschenhand platzierte Beute beugt ist spätestens am zweiten Abend langweilig. Es kommt mindestens genauso darauf an das Umfeld in die Aufnahme mit einzubinden, und das wenn möglich noch in einer spannenden Lichtsituation. Hier hilft uns das nordische Wetter zur Zeit wirklich gewaltig. Während über den Tag hin eine dichte Wolkendecke über der Taiga lag, lösten diese sich zum Abend auf und ermöglichten ein tadelloses Abendrot. Dadurch wird das Zeitfenster in dem stimmungsvolle Fotos möglich sind um mindestens eine halbe Stunde erweitert. Bei Bewölkung legt sich allzu schnell tiefe Dunkelheit über das Land, sobald die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist. Nicht so heute Abend. Wenn das Licht warm und golden wird steigt die Spannung ob von den so sehnsüchtig herbeigesehnten Akteuren auch einer auftaucht.

Finnland Nacht 4  722

Auf Margarete ist verlass. Sie war die Erste die ihr gelbgepierctes Ohr aus dem Wald streckt. Gefolgt von einem etwas dunkleren Bären sind sie beide eine Weile in meiner Reichweite über die Sumpfwiese gelaufen. Immer wieder strecken sie ihre Nasen in die Luft, ihr Riechorgan scheint wohl besser ausgeprägt zu sein wie ihre Augen. Lassi hat auch auf der anderen Seite der etwa einen Quadratkilometer großen Sumpfwiese ein Fotoversteck aufgebaut. Was sich da etwas später abspielte war schon grandios, leider aber eine halbe Stunde zu spät zum Fotografieren. Es war nahezu Nacht, die klobigen Körper der Tiere aber noch gut zu erkennen. Neun Bären tummelten sich dort auf der anderen Seite. Jetzt wo es dunkel war, machten sie all die coolen Sachen. Es gab Hierarchiekämpfe, sie schwammen in dem Flüsschen das den Sumpf durchzieht und einige standen auf zwei Beinen was ebenfalls auf der Wunschliste eines jeden Tierfotografen steht. Ich liege schon lange im Schlafsack und die letzten Geräusche die ich im Halbschlaf höre sind die der großen Raubtiere außerhalb meines kleinen Kastens. Die Morgenstimmungen waren bisher immer wunderschön, doch heute ist es einfach grandios. Die Nacht war wieder recht kalt, so halte ich den Schlafsack bis zu den Schultern um mich geschlossen, als ich mich wieder auf meinem kleinen Schemel postiere um Ausschau zu halten. Die Party war leider vorbei. Bis auf ein Pärchen Krähen, die sich entweder bezirzend oder streitend durch die Luft wirbelten, war es absolut ruhig. Krähen sind kleiner als Raben und haben Grauanteile in ihrem Gefieder, während die Raben wirklich rabenschwarz sind. Gespenstisch zieht plötzlich Nebel auf, nur silhouettenhaft kann man mit zunehmendem Licht einige kleine Bäumchen erkennen die vereinzelt im Sumpf wachsen. Die Horizontlinie ist aufgelöst.

Finnland Nacht 4  723

Es ist eigentlich noch fast Nacht als ein einsamer Bär durch die Stille marschiert. Ich stelle die Kamera auf 6400 ISO, den höchsten Empfindlichkeitswert den sie zu bieten hat. Durch den Nebel und das Gegenlicht des anbrechenden Tages entstehen wirklich ganz einzigartige Bilder. Sicherlich haben diese eine gehörige Portion Bildrauschen, was ich bei einer reinen atmosphärischen Aufnahme aber gar nicht als so störend empfinde. Einmal guckt die Morgensonne kurz durch die Nebelschicht, so dass mir fast der einsame Wolf entgeht, der in ca 300 m Entfernung nachschaut was die Bären am Vorabend an Futterresten zurückgelassen haben. Ein Wolf, für mich das geheimnisvollste und schönste Wildtier das wir in unseren Breitengraden haben. Es ist geradezu ein erhebendes Gefühl zu sehen, wie er vorsichtig Meter für Meter über die Waldlichtung läuft.

Finnland Nacht 4  724

Leider kommt er nicht sehr nahe an mein Versteck, doch die Nebelstimmung und die lange Brennweite zaubern eine pastellfarbene Aufnahme die in mir vielerlei Emotionen auslöst und hoffen lässt, dass es weitere Begegnungen mit diesen scheuen Tieren geben wird. Für heute war es das, ich freue mich über die wunderschönen Momente die mir diese wunderbare Naturlandschaft ermöglicht.

Ein Kampf und Margarete 11.09.2009

Es sind oft Winzigkeiten die aus einem Schnappschuss ein Meisterwerk machen. Besonders in der Tierfotografie entscheiden manchmal der Hauch einer Sekunde oder ein paar Millimeter am Autofokus ob ein Bild den Menschen ein „Ahh“ und „Ohh“ entlockt , oder ob man mal wieder knapp am Siegerfoto vorbeigeschossen hat.  Ich sitze den dritten Abend im Versteck und beobachte einen Bären, der genüsslich Lachse verspeist, die Lassie dort am Nachmittag deponiert hat. Ein Artgenosse nähert sich langsam aber beständig. Solche Situationen gab es eigentlich schon oft, so dass ich etwas überrascht bin als plötzlich ein regelrechter, vielleicht zehn sekündiger Kampf entsteht, bei dem der fressende Bär ganz klipp und klar macht wer hier der Herr im Wald ist. Ein Hieb verbunden mit einem tiefen Grollen stellt klar, wer fressen darf und wer zu warten hat. So eine Szenerie ist natürlich der absolute Fotografentraum und ich habe auch ca. zehn mal auf den Auslöser gedrückt. Trotzdem bin ich mit den Bildern nicht ganz zufrieden.

Die Situation zeigt wie schwierig es ist wirklich außergewöhnliche Bilder von Tieren zu machen. Ich hatte die Kamera so eingestellt, dass  ich 1/100 sec Belichtungszeit zur Verfügung hatte. So musste ich im Dämmerlicht die Empfindlichkeit nicht allzu hochstellen und kam mit 800 ISO noch auf einen Wert, der die Bilder halbwegs pixelfrei abbildet. Doch wenn zwei Bären aufeinander losgehen sind die Bewegungen viel schneller, als dass man mit 1/100 sec ein wirklich scharfes Bild bekommt. So ist es mir zwar gelungen eine spannende Szenerie festzuhalten, in den Fotografenhimmel komme ich mit der Aufnahme aber noch nicht.

Finnland Nacht 3  499

Das wurmt natürlich mächtig, denn wie groß sind wohl die Chancen solch eine Szenerie jemals wieder vor die Kamera zu bekommen?  Noch habe ich ja einige Tage Zeit. Kurz darauf läuft einer der Bären keine zehn Meter an meinen Versteck vorbei. Dieser Bär war schon Gestern hier im Sumpf. Ich habe ihn Margarete getauft, denn er hat einen gelben Knopf im Ohr (Steifftierfans wissen Bescheid) Das ist zwar aus fotografischer Sicht ärgerlich, verdirbt es doch ein wenig den Wildnischarakter des Bildes, doch es zeigt, dass die Bären den Finnen nicht gleichgültig sind und an ihnen geforscht wird.

Finnland Nacht 3  498

Das ist schon ein besonderes Gefühl, so nah unter diesen Tieren zu weilen. Respekt sollte man auf jeden Fall vor ihnen haben, um sich nicht leichtsinnig zu verhalten. Angst muss es aber meiner Meinung nach nicht sein. Die Tiere haben in der Regel viel mehr Furcht vor den Menschen als umgekehrt. Würden wir auf der Nahrungsliste der Bären stehen, gäbe es in ganz Europa keinen einzigen Bären mehr, soviel ist klar. In der Regel fressen Bären Beeren und Gräser. Lassi meint, selbst wenn man ihnen jeden Tag 1000 kg Fleisch vorsetzt, würden sie ihr Fressverhalten nicht ändern und auch weiterhin ihre Ration Grünzeug zu sich nehmen. Das beruhigt mich ein wenig, hatte ich schon Bedenken, dass unsere Fotofütteraktionen die Tiere träge und faul machen und sie so in Abhängigkeiten geraten. Dass dies nicht der Fall ist sehen wir auch an den Ausscheidungen der Bären, die wirklich wie gequirltes Beerenpüree (!) aussehen. Pünktlich zur Morgendämmerung bin ich wach. In der Ferne sehe ich  noch einen Bären, der aber bald im Wald verschwindet. Der Rest des Morgens bleibt tierfrei, abgesehen von den dutzenden Raben, die eigentlich immer hier sind. Eine dichte Wolkendecke liegt über dem Land, mein warmer Atem zaubert kleine Wolken, selbst innerhalb des Verstecks. Es gab wohl Frost heute Nacht, ein Zeichen, dass der Winter naht. Bis um acht Uhr sitze ich eingehüllt in meinen Schlafsack, dann mache ich mich auf den Rückweg, darauf hoffend, dass die kommende Nacht neue Gelegenheiten zum Fotografieren bieten wird.

Im Niemandsland 10.09.2009

Dunkelheit legt sich über den Sumpf. Die Bäume und sind nur noch silhouettenhaft zu erkennen und die vier dunklen Gestalten die ich noch vage erkennen kann, gleichen schwarzen Klöpsen die sich langsam über die Ebene schieben. Es wäre eigentlich nun an der Zeit in den Schlafsack zu kriechen um möglichst viel Schlaf zu tanken, aber seitdem ich mich zum Blogger auserkoren habe wartet nun noch Arbeit auf mich. Die Welt hofft auf neue Abenteuer (zumindest die drei Leser, die ich inzwischen habe) und so ziehe ich meinen Laptop aus dem Rucksack und schreibe diese Zeilen während keine zweihundert Meter von mir entfernt vier Braunbären durch den Sumpf marschieren.
Ich stecke mitten in der Arbeit an meinem neuen Greenpeace Waldvortrag, der den Titel „Mythos Urwald- Europas Wildes Erbe“ tragen soll und bis November 2010 soweit im Kasten sein muss, dass wir damit wieder auf große Vortragstour gehen können.
Nun bin ich also in den Osten von Finnland gereist um zwei der sagenumwobensten und mystifisziertesten Wesen zu fotografieren, die einmal in ganz Europa zu Hause waren, nämlich Bären und Wölfe. Hier an der russischen Grenze im sogenannten Niemandsland, einem fünf Kilometer breiten Grenzstreifen, dem sich offiziell keiner nähern darf befindet sich ein kleines Paradies für Fotografen und Naturfreunde. In jungen Jahren hat hier der finnische Fotograf Lassi Rautiainen begonnen die Tiere zu studieren, um ihre Wanderrouten und Fressgewohnheiten kennen zu lernen. Er baute sich Fotoverstecke und lockte die Tiere mit Schweinskadavern vor die Kamera, was ihn im Laufe der Jahre zu einem der erfolgreichsten Tierfotografen von Nordeuropa werden lies. Mir und vielen anderen Bedürftigen kommt es heute zugute, dass Lassi ein ausgesprochen fleißiger Geschäftsmann ist und die Fotoverstecke seit 1991 auch anderen zur Nutzung anbietet.

Billig ist er nicht, das muss man sagen. Aber lohnen tut es sich allemal, weil es ansonsten für einen Nichteinheimischen nahezu unmöglich ist, die Tiere (zumindest hier in Europa) zu Gesicht bzw. vor die Kamera zu bekommen.
Meistens kommen sie in der Dämmerung morgens und abends oder mitten in der Nacht. Um diese Jahreszeit herrschen fast sieben Stunden absolute Dunkelheit, welche man mit gesundem Schlaf sehr schnell überbrücken kann. Ich bin um 18 Uhr im Fotoversteck angekommen, und kaum hatte ich meine Kamera installiert  kam schon der erste Bär aus dem Unterholz. Es ist jedes mal wieder ein absolutes Erlebnis diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

Es gibt momentan ungefähr 1000 Bären in Finnland, von denen jedes Jahr bis zu 60 abgeschossen werden dürfen. Das bringt sie zwar nicht an den Rande der Ausrottung, trotzdem überfällt mich jedes Mal regelrechte Wut wenn ich daran denke, dass es Leute gibt, die diese Tiere aus purem Vergnügen abknallen. Wir sind hier weder in Afrika wo ein Devisen bringender Luxusjagdtourismus den Menschen vor Ort zu überleben hilft, noch sind diese Jäger indigene Ureinwohner welche die Jagd aus kulturellen Gründen zum Ernähren ihrer Familien brauchen. Wer seine Lebensmittel in Plastik verpackt aus dem Supermarkt bezieht hat aus meiner Sicht kein Recht diese Tiere zu töten. Also lasst sie in Gottes nahmen in Ruhe…..
Es ist mein zweiter Abend in einem von Lassis Verstecken. Während in der ersten Nacht so gut wie nichts los war, ist heute Abend regelrechte Bärenparty, zwischen die sich auch noch ein Wolf verirrt. Leider spielt sich alles ein wenig zu weit von mir ab, was mir zwar schöne Eindrücke liefert, aber trotz einem 500mm Objektiv und einer Brennweitenverlängernden Dreiviertelzoll Chip Kamera wollen die Bilder die ich gerne machen möchte, zumindest heute Abend noch nicht gelingen. Erst als es zappenduster ist, laufen zwei der Bären fast direkt an meinem Bretterverschlag vorbei, und mir bleibt die Hoffnung, dass  sie genau dieses in den kommenden Tagen nochmals im Abendlicht tun.


Ich musste gar nicht bis zum kommenden Abend warten.  Mit der Dämmerung begann sich ein zarter Nebelschleier über die Sumpfwiesen zu legen. Zwei der Bären waren die Nacht über im Sumpf geblieben, was mir nun die ersten vernünftigen Fotos ermöglichte.  Der werdende Tag hätte gar nicht schöner beginnen können. Es dauerte fast eineinhalb Stunden bis die wärmende Kraft der Sonne diese mystische Stimmung verscheucht hat und wir den Rückweg in unser Tagesdomizil antraten.

Wildview läuft unter Wordpress 3.4.2
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates