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Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Tag: Eisfjord

Ilulissat Eisfjord 10.08.2009

Oberflächlich betrachtet ist Grönland ein riesiger Geröllhaufen mit einer Eisschicht oben drauf. Diese Eisschicht ist bis zu drei Kilometer dick und so schwer, dass sie die Landmasse bis zu 800 m nach unten drückt. Durch Schneefall entsteht neues Eis, welches zusätzlichen Druck erzeugt, der sich über die kalbenden Gletscher am Rande des Landes entlädt. Einer der größten Gletscher der Nordhalbkugel ist der Ilulissat Gletscher. Das abbrechende Eis treibt durch einen 55 km langen Fjord bevor es sich dann, den Strömungen folgend, langsam mit dem Wasser des Ozeans vereint. Die UNESCO hat den Ilulissat Eisfjord zum Weltnaturerbe erklärt.

Mit einem kleinen Touristenboot fahre ich hinaus an die Mündung des Fjords, dort wo sich die riesigen Eisberge aufstauen und so dafür sorgen, dass der komplette Fjord mit Eisstücken gefüllt ist. Vom Kapitän erfahre ich wieso gerade dort wo die Begrenzungen der Landmasse wegfallen, die Eisberge stecken bleiben. Der Grund ist logisch und gleichzeitig faszinierend, zeigt er doch in was für zeitlichen Maßstäben man in der Geologie denken muss. Der Kanal wurde im Laufe der Jahrmillionen durch die Reibungskräfte des abbrechenden Eises auf fast 1000 m Wassertiefe ausgegraben. Am Ende des Fjords gibt es keine Begrenzungen zur Seite, so das dort der Druck wegfällt und die ursprüngliche Wassertiefe von weniger als 200 m die gewaltigen Eisberge erst einmal am Weiterziehen hindert.

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