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Abenteuer Natur(schutz)fotografie

Tag: Greenpeace Gruppe

1200 Meerjungfrauen zum Abschied 07.09.2009

Heute ist es also soweit. Monatelange Vorarbeit liegt hinter ihnen, die eigentlichen Strapazen stehen ihnen noch bevor. Während ein Großteil der Menschheit mit relativem Desinteresse auf die Bedrohungen der Erderwärmung reagiert, sind es einige die sich mit dermaßenem Idealismus engagieren, als gelte es die peinliche Trägheit der Masse wieder auszugleichen. Fünf ehrenamtliche Greenpeacer aus Marburg und Radolfzell wollen das auf der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen was läuft, und zwar eine klare politische Vorgabe, die die Staatengemeinschaft zwingt endlich die klimaschädlichen Kreisläufe in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger und zukunftsweisender zu gestalten. Dafür wollen sie laufen. 2000 km von Konstanz kreuz und quer durch Deutschland. Bis zur Konferenz am 5. Dezember in Kopenhagen. Zwischen 25 und 30 km und das Tag für Tag, egal bei welchem Wetter.

v.l.n.r: Julian Jaedicke, Sarah Heithausen, Achim Gresser, Merle Drusenbaum, Wolfram Lang

v.l.n.r: Julian Jaedicke, Sarah Heithausen, Achim Gresser, Merle Drusenbaum, Wolfram Lang

Wir treffen uns um 7.30 Uhr im Hafen von Konstanz. Der See liegt in windstiller Gelassenheit vor uns, ein paar Möwen kreisen und die ersten kleinen Touristengruppen schlendern über die Promenade. Ein Kastenwagen fährt vor und bringt eine erstaunliche Abschiedsgesellschaft zum Vorschein. 1200 handgesägte und bemalte Meerjungfrauen, die als Wahrzeichen der Stadt Kopenhagen das Symbol für diese Mammuttour gewählt wurden. Gebastelt und bemalt wurden die Fischdamen von Kindern und Jugendlichen auf etlichen Aktionen, die die Greenpeace Gruppe Marburg veranstaltet hat.

1200 Meerjungfrauen kamen zum Start der Tour in den Konstanzer Hafen

1200 Meerjungfrauen kamen zum Start der Tour in den Konstanzer Hafen

Der ganze Hafenbereich ist gefüllt mit den fantasievoll gestalteten Maskottchen als zwei Politiker erscheinen, um von unseren Helden 4000 Briefe an Bundeskanzlerin Merkel überreicht zu bekommen. In diesen wird sie aufgefordert persönlich nach Kopenhagen zu reisen, um sich für ein vernünftiges Ergebnis bei den Verhandlungen einzusetzen.  Bundestagsabgeordneter Jung von der CDU, der eigentliche Bote zur Kanzlerin hat sein Kommen leider kurzfristig abgesagt, da er zu einer wichtigen Sitzung nach Berlin musste. Als die Briefe später von Achim Gresser, dem eigentlichen Initiator der Aktion, Bürgermeister Claus Boldt (CDU) und Siegfried Lehmann (MdL, Grüne) in der Postannahmestelle des Konstanzer Rathauses abgegeben werden, habe ich so meine leichten Zweifel, dass diese ihren Weg nach Berlin jemals antreten. Ich wünsche mir, dass ich Unrecht habe und Frau Merkel zumindest in einer Randnotiz davon erfährt.

Beschenkt mit einer Meerjungfrau und dem Setzling einer Buche wünschen die Abgesandten der Politik unserer Gruppe eine gute Reise und dann geht es endgültig los. Es wird nicht einfach nur gelaufen, das wäre zu einfach. Niemand würde von der kleinen Gruppe Notiz nehmen. Sie haben sich Meerjungfrauen Kostüme übergezogen und ziehen einen großen getunten Bollerwagen, der die Botschaft der Wanderer unters Volk bringen soll. Mit Grausen denke ich an die vielen Steigungen  und den Gegenwind gegen die das im Inneren mit Ausrüstung und Infomaterial gefüllte Gefährt geschoben werden muss. Ich werde wohl alt…..

In Kreuzlingen am Schweizer Zoll heißt es für mich Abschied nehmen. Nachdem sie dort von einer Abgeordneten des Stadtrates in Empfang genommen wurden, geht die erste Etappe entlang der Schweizer Bodenseeseite. Auf der anderen Seeseite wartet dann das Allgäu. Eine ausgesprochen idyllische Landschaft, aber überzogen mit Hügeln und Bergen. Die erste Herausforderung – mir schaudert und ich habe ehrlichen tiefen Respekt vor Achim und Co….

So flach wie hier im Park von Konstanz wird es wohl nicht bleiben.......

So flach wie hier im Park von Konstanz wird es wohl nicht bleiben.......

In drei Wochen werde ich sie hoffentlich gesund und munter wiedersehen. Im Steigerwald bei Würzburg laufen wir gemeinsam. Der Steigerwald ist potentieller Nationalpark Kandidat. Ein Thema in meinem kommenden Vortrag und ein Projekt, das wir gemeinsam unterstützen wollen. Ich werde wieder von den Meerjungfrauen & Männern und ihrem Bollerwagen berichten. Die „Road to Copenhagen“ ist noch lang.

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